Rettet die Musikhochschulen
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Re: Blick nach Bayern
Vielleicht kommt in Baden-Württemberg ja noch Finanzminister Nils Schmid (SPD) zu Hilfe. Der ist von Bauers Plänen offensichtlich nicht begeistert:
"Korrekturbedarf an Bauers Sparplänen sieht auch Finanzminister und SPD-Landeschef Nils Schmid. Eine Abstimmung habe es weder mit seinem Ressort noch mit der SPD-Landtagsfraktion gegeben: "Das lässt die Bindekraft von solchen Konzepten schrumpfen."
Mannheimer Morgen, Samstag, 27.07.2013
Es ist offensichtlich nicht das erste Mal, das Frau Bauer versucht, ihn zu überrumpeln:
Re: Re: Blick nach Bayern
#1453: - Re: Blick nach Bayern
Also an ihn schreiben + offener Brief ?!!
Re: Re: Re: Blick nach Bayern
#1454: - Re: Re: Blick nach Bayern
ich denke, er ist schon bestens informiert:
Südkurier:
Schwarzwald-Baar-Kreis Kreis-SPD steht zur Musikhochschule
Die Zusammenfassung der Argumente im Vorstand habe der Kreisvorsitzende und Bundestagskandidat Jens Löw an den Landesvorsitzenden der SPD und stellvertretenden Ministerpräsidenten, Nils Schmid, geschickt. „Der Kreisvorstand hofft, auch auf diesem Wege dazu beizutragen, die völlig inakzeptablen Pläne stoppen zu können“, heißt es in der Mitteilung.
In dem beigefügten Brief an Schmid steht unter anderem: „Die Pläne des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Bezug auf die Musikhochschule Trossingen stoßen bei allen Parteien, bei allen Kommunen und Verbänden, bei Industrie und Gewerbe auf einhellige Ablehnung. Selbst das Unternehmen Daimler-Benz, das im 25 Kilometer von Trossingen entfernten Immendingen ein Testgelände bauen wird, hat sich entsprechend zu Wort gemeldet.“
Weiter schreibt Löw: „Ich selbst kann als Kreisvorsitzender und Bundestagskandidat das Vorhaben der Wissenschaftsministerin nicht nachvollziehen. Mein vordringliches Ziel im Bundestag wird sein, dafür zu werben, den ländlichen Raum wirtschaftlich nicht abzuhängen. Dies bedeutet aber nicht nur, die Infrastruktur zu verbessern – etwa mit der B 523 oder dem Bahnausbau vom Oberzentrum VS nach Stuttgart und Freiburg. Es bedeutet auch, dass die ländliche Region Schwarzwald-Baar-Heuberg für Arbeitkräfte im Bereich von Bildungs- und Kulturangeboten attraktiv ist und bleibt.“
Die Kreis-SPD bittet Nils Schmid, „sowohl im Parteivorstand wie auch im Kabinett, dieses Thema unter Berücksichtigung unserer Argumente offen zu diskutieren.“
(Entsprechende Äußerungen zur Mannheimer Hochschule gingen von der Mannheimer SPD-Abgeordneten Heberle an ihn und die Landes-SPD. Mal sehen, ob man wenigstens die SPD noch wählen kann....)
Re: Re: Blick nach Bayern
#1453: - Re: Blick nach Bayern
Den Link zum Schwäbischen Tagblatt kann man nur nachdrücklich zur Benutzung empfehlen!!
Wenn die dortigen Angaben inhaltlich korrekt sind, steht die vollständige Insuffizienz der derzeitigen Kultusministerin unzweifelhaft fest. Einen Umzug einer Fakultät an einen anderen Ort per Pressemitteilung bekanntzugeben und nicht an die Kostenfrage, ja nicht einmal an fehlende Räumlichkeiten zu denken - das ist schon eine Fehlleistung ersten Ranges. Und das alles offensichtlich auch noch als Nacht- und Nebel-Aktion, die gegenüber dem Finanz- und Wirtschaftsminister nicht eines guten Teils Heimtücke entbehrt!
Es ist wirklich ein Skandal, welcher Aufwand hier aufgeboten werden muß, um sich gegen einen hirnrissigen Einfall einer ministeriellen Fehlbesetzung zur Wehr zu setzen. Wer hier nicht schon alles seine wertvolle Zeit geopfert hat, um seinen Protest schriftlich zu formulieren! Darunter sind gefeierte, gefragte Leute mit vollen Terminkalendern - aber so wichtig ist ihnen das, worum es hier geht.
Man stelle sich mal vor, in irgendeiner Diskussionsrunde würde jemand den Vorschlag machen, den Frau Bauer sich nicht entblödet, allen Ernstes durchziehen zu wollen. So einer würde sich selbst disqualifizieren und im weiteren nicht mehr ernstgenommen. Nur weil Frau Bauer ausgerechnet (überforderte) Ministerin ist, kann man nicht auf diese Weise reagieren. Unfaßbare Umstände!
Die Klassik-Abteilung und auch die Schulmusik muss in "Mannem" bleiben - schon allein aus Tradition - gab es nicht schon im 18. Jahrhundert eine "Mannheimer Schule" ?
Skandal
#1456: - Re: Re: Blick nach Bayern
"Es ist wirklich ein Skandal, welcher Aufwand hier aufgeboten werden muß, um sich gegen einen hirnrissigen Einfall einer ministeriellen Fehlbesetzung zur Wehr zu setzen. Wer hier nicht schon alles seine wertvolle Zeit geopfert hat, um seinen Protest schriftlich zu formulieren! Darunter sind gefeierte, gefragte Leute mit vollen Terminkalendern - aber so wichtig ist ihnen das, worum es hier geht."
Aus meinem eigenen Tun und Erleben kann ich Ihnen nur zustimmen. Als Absolventin der Mannheimer Musikhochschule mit besten Erinnerungen an meine ertragreiche Studienzeit, in künstlerischer wie wissenschaftlicher Hinsicht, mit großartigen, unvergessenen Lehrern - u.a. Else Rehberg, Helmut Vogel, Hans Adomeit, Richard Laugs, Hans Vogt, Dr. Josef Tröller - ist es mir ein Bedürfnis und eine Pflicht, mich zu engagieren und zu kämpfen. Ich habe, wen immer ich kenne, angesprochen, angeschrieben, aufmerksam gemacht und u.a. viel Zeit darauf verwendet, Adressen im Internet zu finden um mir einflussreich erscheinende Menschen und Organisationen zu kontaktieren.
Zuletzt schon sehr entmutigt und verzweifelt in der Befürchtung der Erfolglosigkeit dieses Tuns, beginne ich jetzt wieder etwas Hoffnung zu schöpfen.
#1455: - Re: Re: Re: Blick nach Bayern
"Aber diese Einsparungen dürften nicht von den beiden kleinsten Musikhochschulen - Mannheim und Trossingen - erbracht werden, während die drei großen Einrichtungen in Stuttgart, Karlruhe und Freiburg keinen Beitrag leisteten."
Hier müsste noch korrigiert werden. Trossingen ist zwar die kleinste, Mannheime jedoch die zweitgrösste Musikhochschule Baden-Württembergs.
Turisti della democrazia - Relive The Moment!
#1460: -
Gnädige Frau Bauer, ein Kommentar aus Italien: wagen Sie sich nie mehr, Berlusconi zu kritisieren....
...warum? Er hat doch oft ganz interessante Vorschläge besonders für deutsche Kritiker und Kulturverantwortliche...
"Klassiker auf anderen Wegen"
z.B. das sehr erfolgreiche Mumuvitch Disko Orkestar
http://www.mumudisko.de
Fast alle sind "Klassik"-Studenten/Absolventen der Klassikabteilung unserer HS.
Die Palastsirenen
http://www.diepalastsirenen.de
Sieben Absolventinnen der Klassikabteilung!
Los Bangbang (bitte googeln, mehr als zwei Links sind hier nicht möglich)
Andrés Bertomeu
Mitglied bei:
Lost and found orchestra
STOMP!
Arthur Adler
Tonstudio
Das sind nur einige Beispiele, wo Studenten von unserer "klassischen" Musikhochschule und auch aus meiner Klasse erfolgreich im Pop-, Jazz- oder Unterhaltungssektor tätig sind. Keiner von diesen hat meines Wissens an der Popakademie, noch an der Jazzabteilung studiert, sondern ausschließlich ein Musikstudium der klassischen Musik absolviert.
Prof. Dennis Kuhn
Klassisches Schlagzeug
Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim
Re: Skandal
Re: Re: Skandal
Ja, aber:
s. Kommentar auf der gleichen Seite der Stuttgarter Zeitung:
"Seine Partei auf Landesebene will das Gegenteil, und die Bundespolitik ist für die Hochschulen des Landes nicht zuständig. Ergo: Özdemir macht eine populistische Wahlkampflüge, um dumme Wähler an Land zu ziehen."
Re: Re: Re: Skandal
natürlich ist das dem Wahlkampf geschuldet, aber jetzt kann und muss der Druck auf Frau Bauer und ihren Staatssekretär ganz massiv erhöht werden. Die Blöße wird sich Özdemir nicht geben wollen, immerhin ist er Parteivorsitzender der Grünen.
Re: "Klassiker auf anderen Wegen"
#1465: - "Klassiker auf anderen Wegen"
Die Ausbildungs-Inhalte der Popakademie sind mir völlig unbekannt. Hoffentlich haben aber dort nicht ausgerechnet solche "Musiker" das Sagen, die bereits durch primitivste Notenkenntnisse eine unangemessene Einschränkung ihrer "Kreativität" befürchten.
Bundestagswahl
Re: Re: Re: Re: Skandal
Mit "endgültig erledigt" wäre ich sehr vorsichtig. Man darf mit der Entschiedenheit der Haltung nicht nachlassen. Schließlich steht der Grünspan immer noch im Raum. Es darf nicht den geringsten Zweifel geben, wie ernst es mit dem Widerstand gemeint ist; sonst hält man am Ende den Protest noch für aufgesetzt, was er wahrlich nicht ist. Immerhin steht in dem durch Link zitierten Text die brisante Frage:
Simpel formuliert heißt das: Wie viel Geld ist der Landesregierung die Musikausbildung im Land wert?
Das ist eine Gretchenfrage. Und "im Land" ist auch so eine Sache. Natürlich geht es um Geld des Landes BaWü. Aber kann den Politikern wirklich egal sein, welche Wirkung in alle Bundesländer und sogar in alle Welt die Musikhochschulen in BaWü haben, wovon so viele eindrucksvolle Schreiben hier überdeutlich zeugen? Frau Bauer ist das offenbar egal, klar, aber hoffentlich denken nicht alle so beschränkt. BaWü trägt mit seinen 5 Musikhochschulen eine ganz besondere Verantwortung und darf auf gar keinen Fall etwa die absolute Verkarstung (mit einer einzigen Feigenblatt-Hochschule) in manch anderen Bundesländern zum Vorbild nehmen oder auch nur als Argument mißbrauchen.
Daher ist das deutliche Am-Ball-Bleiben vornehme Pflicht, auch im Hinblick auf diejenigen Politiker, die es besser verstehen und helfen wollen.
Re: Re: Re: Re: Re: Skandal
#1472: - Re: Re: Re: Re: Skandal
Und überdies wird das Ganze möglicherweise nur Auftakt sein für weiteres Platz greifen kulturferner Ideologie, für weitere Angriffe und Kahlschläge.
"Daher ist das deutliche Am-Ball-Bleiben vornehme Pflicht, auch im Hinblick auf diejenigen Politiker, die es besser verstehen und helfen wollen."
Re: Re: Re: Re: Re: Skandal
#1472: - Re: Re: Re: Re: Skandal
Mit "endgültig erledigt" meinte ich erstmal nur Frau Bauers katastrophale und dummdreiste Pläne, denn sie wird sie so weder im Kabinett noch im Landtag durchbekommen. Mit allem Übrigen haben Sie natürlich vollkommen recht. Alle müssen auf dem Posten bleiben.
Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen. Nach dem erschütternden Bild, das die Ministerin und ihr 'Kunst'-Staatssekretär in dieser Sache abgeben, muss auch die skandalöse Schließung des SWR-Sinfonierorchesters, die ebenfalls als Zusammenlegung getarnt wird, noch einmal in die Öffentlichkeit.
Michael König, Opernsänger
584 Sangan Drive
VoT1Mo
Canada
Ministerpräsident
Winfried Kretschmann
Richard Wagnerstr. 15
D-70184 Stuttgart
Deutschland
15.08.2013
Sehr geehrter Ministerpräsident Winfried Kretschmann,
als Absolvent der Musikhochschule Mannheim protestiere ich gegen die geplante Schließung von Kernbereichen der Klassikausbildung an den Musikhochschulen Mannheim und Trossingen.
Ich bin seit Jahren erfolgreich als Opernsänger an den Häusern in Paris, Madrid, Barcelona, Wien, Moskau, Toronto, Hamburg, Frankfurt, Berlin, München, Amsterdam, Bayreuth, London u.a. international tätig und verdanke dies großteils der hervorragenden Ausbildung und der Vielfalt des fächerübergreifenden Studienangebots an der Musikhochschule Mannheim.
Die Konzentrierung von Einzelbereichen an verschiedenen Standorten führt zu einer Verarmung der Ausbildung und schadet dem kulturellen Leben der Regionen.
Viele von uns haben als Schulmusiker angefangen und sind nun als teilweise international erfolgreiche Künstler tätig, die die Mannheimer Muho im Lebenslauf führen!
Keineswegs die Größe, sondern die Vielfalt des Lehrangebots, die Qualität der engagierten Lehrer und der Erfolg der Absolventen auf dem internationalen Arbeitsmarkt bleiben die entscheidenden Kriterien für die Attraktivität und Effizienz einer Hochschule.
Ich bin dankbar, an einer solchen Schule, die mit Stolz und Recht auf eine herausragende Bilanz und Tradition, mit Wurzeln bis zur weltbekannten „Mannheimer Schule“, zurückblicken kann, studiert zu haben.
Ich fordere deshalb den Erhalt des umfassenden Studienangebots an der Musikhochschule Mannheim!
Mit freundlichen Grüssen
Michael König
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Re:
#1226: -
Und so jemand ist Wissenschaftsministerin, echt zum davonlaufen, armes Deutschland. Die dicksten Kartoffeln kommen aber bekanntlich von dem dümmsten Bauern.