Der Kulturbauwagen bleibt!

Der BauwagenNach Zehn Jahren interessanter Kulturarbeit am Kulturbauwagen in Holnis, soll der Kulturbauwagen nun extrem kurzfristig bis zum 30.04.2013 zwangsentfernt werden.

Dabei sind spannende Kulturprojekte für diesen Sommer geplant!

Hintergrundinformationen

1. WAS AUF DEM SPIEL STEHT
2. AKTUELLE INFORMATIONEN
3. KULTURREIHE unmarked_spots AM KULTURBAUWAGEN HOLNIS
4. TRADITION
5. ERGÄNZUNG DES FLÄCHENNUTZUNGSPLAN DURCH SONDERFLÄCHE KULTUR
6. BESTAND HEUTE
7. VITA
1. Ohne durch den Kulturbauwagen Kosten oder einen sonstigen Nachteil zu haben, verliert die Stadt Glücksburg mit seiner Entfernung:
-das Know How für Veranstaltungen des von der SHZ als „Perle unter den Sommerlichen Kulturevents“ bezeichneten Künstlerkollektivs
-Drei bereits geplante Kulturveranstaltungen unmarked_spots im August 2013
-hochkarätige temporäre Kunstprojekte im Öffentlichen Raum
-ein von Anwohnern gefördertes Projekt zur Aufwertung der touristischen Attraktivität ihrer Lage
-einen inzwischen international bekannten Treffpunkt und Ausgangspunkt für Kulturbeziehungen (unmarked_space e.V. war Teil der offiziellen Bewerbung um die Kulturhauptstadt 2017 der Region Schleswig Sønderjylland)
-mit Timo von Kriegstein (Timo Plath) als Leiter des Kulturortes einen jungen heimischen Künstler der sich deutschlandweit einen Namen machen konnte und z.B auch in Hamburg große Festivals leitet.
-einen Publikumsmagnet für Kinder, Familien und Rentner gleichermaßen
-ein Aushängeschild für Glücksburgs Einzigartigkeit
- das Interesse eines großen jungen deutschlandweiten Publikums an Glücksburg als Ferienort
-die Verbindung von künstlerischen Dialog, Strandleben und Bildung
2. Aktuelle Information
Am 23.04.2013 erhielt ich ein Schreiben vom Bauamt Glücksburg mit der Aufforderung, meinen Bauwagen am Strand von Holnis bis zum 22.04.2013 zu entfernen.Beigelegt war die Beseitigungsanordnung der Bau- und Umweltverwaltung des Kreises Schleswig-Flensburg.
Jetzt hat die Bau- und Umweltverwaltung einer Fristverlängerung bis zum 30.06.13 zugestimmt. Damit ist Zeit gewonnen, um die Glücksburger Politiker vom Nutzen des Kulturvorhabens in Holnis zu überzeugen.  Dann kann eine Änderung des Flächennutzungsplans und die Erstellung eines Bebauungsplans erfolgen.Eine Sonderfläche für Kultur ist eine konsequente Weiterführung der derzeitig ausgewiesenen Nutzung von „Promenade & Fremdenverkehr“.
3. unmarked_spots
Nach der guten Resonanz der Kulturwoche unmarked_space am Kulturbauwagen in den letzten Jahren, haben wir ein neues und auf die Situation in Holnis angepasstes Kulturprogramm entwickelt, das wieder kulturelle Lichtpunkte am Holnisser Strand setzen soll.
Aus der Kulturwoche des Kulturvereins unmarked_space e.V. soll jetzt eine Reihe von einzelnen Kulturtagen und Künstlerstipendien, die unmarked_spots hervorgehen.
Erste unmarked_spots sollen bereits im August 2013 präsentiert werden.
Zu den unmarked_spots werden ausgesuchte, internationale Kulturschaffende aus Europa in den Kulturbauwagen eingeladen, um am Meer an ihren aktuellen Projekten zu arbeiten und mit dem Publikum in Kontakt zu kommen. Es werden im Rahmen von Konzerten, Lesungen oder durch Performances kleine, ortsbezogene Arbeiten über das ganze Jahr öffentlich dem Publikum präsentiert und zur Diskussion gestellt. Für die Kulturschaffenden ist dieser Austausch, ein Feedback, wichtig.
Es hat sich in den letzten Jahren ein überregionales Netzwerk renommierter Künstler der unterschiedlichsten Bereiche gebildet. Teilweise ergeben sich in anderen Kontexten durch den Verein unmarked_space e.V. andere neue künstlerische Zusammenarbeiten.
Die unmarked_spots bieten ein attraktives kulturelles Angebot für die Grenzregion Norddeutschland-Süddänemark. Wir sind mit dem dänischen Künstlerzusammenschluß Grænselandsudstillingen im Kontakt, waren bei der Bewerbung zur Kulturhauptstadt „2017-countryside metropolis“ beteiligt, kooperieren mit der Buchhandlung Rüffer in Flensburg, der Zeit Stiftung Hamburg, dem russischen Festival „White Noise“, dem Mare-Buchverlag, der Lighthouse Foundation und der britischen Künstlergruppe Cape Farewell.
Das Kulturprojekt unmarked_spots findet bewusst fernab jeglichen künstlerischen Umfelds statt. Der Stellenwert, den Meere im Bewusstsein der Menschen einnehmen, wird ihrer wahren Bedeutung im globalen wie lokalen Maßstab nicht gerecht. Gerade in dieser Umgebung zwischen den Elementen der Natur, lässt sich über Normen, Strukturen und Grenzziehungen der Gesellschaft gut nachdenken.
Die hier geforderte Arbeitsweise verzichtet bewußt auf aufwendige Technik; Ergebnisse werden unplugged präsentiert. Es geht nicht um pompöse Zurschaustellung, sondern darum, dem Wellenrauschen durch einen kleinen Zusatz,den Klang eines Cellos z.B., eine neue Dimension zu geben.
Das Profil der unmarked_spots ist aus der Erfahrung durch die Kulturwochen der letzen Jahre entwickelt. Es stellte sich heraus, dass eine umfangreiche Kulturwoche, die an fünf Tagen nahezu rund um die Uhr Programm anbietet, für die Holnisser Umgebung auch eine Belastung darstellte. Andererseits besteht ein sehr starkes Interesse von Feriengästen und Anwohnern nach einem Kulturprogramm. Das zeigt sich auch an dem Vereinszuwachs im unmarked_space e.V. von Holnisser Anwohnern. Außerdem freuen sie sich, ihren Feriengästen ein kulturelles Programm anbieten zu können. Projekte wurden immer wieder mit starkem nachbarschaftlichem Engagement verwirklicht.
So war der Kulturbauwagen von 2004-2009 fester Bestandteil im kulturellen Gefüge der Stadt Glücksburg. Es wäre unser Ziel daran anzuschließen und das Konzept speziell für Holnis abzustimmen und weiter zuführen.
Die Kulturarbeit des unmarked_space e.V., von der shz als Perle der Kultur bezeichnet, soll Glücksburg also durch den Umzug der Kulturwoche auf die Lotseninsel nicht verloren gehen.
Durch die Kulturarbeit der letzten Jahre hat sich für uns herausgestellt, dass es sinnvoll sein kann, verschiedenste Kulturprojekte an unterschiedlichen Orten zu platzieren, um so auf die unterschiedlichen Belange eingehen zu können.
So konnten wir das Konzept von der Kulturwoche unmarked_space auf der Lotseninsel/ Schleimünde optimieren. Wir leiten ausserdem seit 2009 das Theaterfestival Kaltstart in Hamburg und realisieren ab diesem Herbst am Kulturhaus III&70 in Hamburg die thinktank-Reihe „PLATEAU73“.
4. Tradition
Der Kulturbauwagen kann inzwischen auf eine zehnjährige Tradition am Holnisser Strand zurückblicken. Auch regionale Kulturschaffende wie die Glücksburger Textwerkstatt, der Shantychor Schidenkind, die Glücksburger Kantorei oder die Jazz-Band Bottle & Soulwaren hier regelmäßig zu Gast.
Ursprünglich als Surfstation errichtet, entwickelte er sich schnell zum Treffpunkt internationaler und regionaler Künstler. Daraus ging die Kulturwoche unmarked_space hervor, die 2010 auf die Lotseninsel umzog. Nun möchte der Verein unmarked_space e.V. mit der Reihe unmarked_spots ein neues auf Holnis abgestimmtes Kulturprogramm präsentieren.
5. Sonderfläche Kultur
Um den Kulturbauwagen als Ort der unmarked_spots zu erhalten bedarf es einer Ergänzung des Flächennutzungsplans am derzeitgen Standort des Bauwagens: Die momentan für „Promenade & Fremdenverkehr“ ausgewiesenen Strandfläche müsste an betreffender Stelle mit dem Zusatz „Sonderfläche Kultur“ versehen werden.
Dann ist eine rechtliche Grundlage geschaffen, auf der die Bauamt des Kreises Schleswig-Flensburg die Bauliche Einrichtung eines Kulturbauwagens genehmigen kann.
6. Bestand heute
Der Kulturbauwagen ist in den letzen Jahren regelmäßig restauriert worden. Er erhielt vor drei Jahren ein neues Dach und eine neue Verschalung. Er ist im Winter durch einen Ofen beheizbar.
Der Bauwagen fügt sich sehr harmonisch und unaufdringlich in die Landschaft ein. Weitere Renovierungsarbeiten sind in Planung. Der Küstenstreifen wird durch den seit 2004 eingewachsenen Bauwagen in keinster Weise beeinträchtigt. Gleichzeitig wird er als ein sehr inspirierender Ort wahrgenommen, was den Äußerungen und Fragen nach Veranstaltungen vieler Passanten zu entnehmen ist.
7 Vita
TIMO VON KRIEGSTEIN *1975 in Flensburg, studierte in Kiel und Nantes Freie Kunst. 2003 war er Artist in Residence bei Robert Wilson in Watermill/New York. Seit 2004 arbeitet er als Bühnenbildner und freier Künstler u.a. für das Badische Staatstheater Karlsruhe, das Nationaltheater Mannheim, das Residenztheater München, Schauspielhaus Bochum, das Staatstheater Kassel und das Theater Heidelberg. Ausstellungen zeigte er u.a. in Zürich, Karlsruhe, Berlin und Kiel.
TIMO VON KRIEGSTEIN ist Begründer und künstlerischer Leiter des Kulturvereins unmarked_space e.V., seit 2009 Künstlerischer Leiter des Theaterfestivals Kaltstart in Hamburg und leitet seit 2013 die thinktank-Reihe „PLATEAU73“ am KulturhausIII&70.


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