Indien: Pastor wegen angeblicher Zwangsmission im Gefängnis

Pastor wegen angeblicher Zwangsmission im Gefängnis - IDEA und IGFM rufen dazu auf, sich für seine Freilassung einzusetzen

 

Frankfurt am Main/Wetzlar (IDEA) – Zum „Gefangenen des Monats November“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den indischen Pastor Raju Manji aus dem Bezirk Azamgarh im nordöstlichen Bundesstaat Uttar Pradesh benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Leiter der örtlichen evangelikalen Kirche einzusetzen und für ihn zu beten. Die Polizei von Jiyanpur hatte ihn am 7. September wegen angeblicher Zwangsmission verhaftet. Die Sicherheitskräfte gaben damit einem Mob von radikalen Hindu-Nationalisten nach. Sie hatten den ursprünglich aus Westbengalen stammenden Pastor und weitere Christen, die sich in einer Kirche zum Gebet versammelt hatten, brutal niedergeschlagen. Nach dem Angriff verhaftete die Polizei Manji und beschuldigte ihn, gegen das Antikonversionsgesetz von Uttar Pradesh verstoßen zu haben. Angaben seiner Ehefrau Nuri zufolge ist ihr Mann den Armen zugewandt und missionarisch tätig. Die Antikonversionsgesetze, die es mittlerweile in mehreren indischen Bundesstaaten gibt, ermöglichen es hinduistischen nationalistischen Gruppen, mit dem Vorwurf der Zwangskonversion falsche Anschuldigungen gegen Christen zu erheben. Zudem schränken sie auch das Recht ein, friedlich für den eigenen Glauben zu werben. In Uttar Pradesh wurde das Gesetz im November 2020 eingeführt. Ein halbes Jahr später saßen auf dieser Grundlage schon mehrere Dutzend Menschen hinter Gittern. In einigen wenigen Fällen stellte die Behörden die Verfahren ein, weil den Vorwürfen jegliche Grundlage fehlte. Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den indischen Staatspräsidenten Ram Nath Kovind die Freilassung des Pastors zu fordern. Landesweit sind 4,9 Prozent der 1,38 Milliarden Einwohner Christen. 72,5 Prozent sind Hindus, 14,5 Prozent Muslime, 1,8 Prozent Sikhs und 0,7 Prozent Buddhisten.

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