Faire Prämien und Transparenz im Label-Schweinemarkt

Die Schweizer Schweinehaltung ist anspruchsvoll. Der Mehraufwand und Mehrwert gegenüber Importfleisch sind erheblich. Wir Schweizer Schweinehalter als Kernelement der Wertschöpfungskette Schweinefleisch sind auf die erbrachten Mehrleistungen stolz.  

Die Perspektiven sind herausfordernd. Der rückläufige Konsum verursacht einen kontinuierlichen Umsatzverlust auf allen Stufen. Der Fokus muss zwingend auf eine höhere Wertschöpfung gelegt werden. Trotz gesellschaftlichen und politischen Forderungen nach mehr Tierwohl und Biodiversität, konnten in den letzten Jahren immer weniger Schweine mit einem Mehrwert verkauft werden. Die Hürden und Vorschriften für Investitionen in moderne Stallbauten werden laufend erhöht und die Anforderungen für die Labelproduktion steigen (Platzangebot, Biodiversität, STS-Kontrolle). Das einseitige Bauern-Bashing in den Medien und das radikale Auftreten von Umwelt- und Tierschutzaktivisten beschäftigt uns Schweinehalter sehr und wir fühlen uns in unserem Berufsstolz verletzt.

Wir Schweinehalter begrüssen Verbesserungen auf der Stufe Produktion, aber die geforderten Leistungen müssen auch angemessen entschädigt werden. Aktuell ist die Labelprämie unter Druck. Dies ist nicht im Sinn einer gerechten Abgeltung unserer zusätzlichen Leistungen und wirkt demotivierend. Die Mengen- und Absatzplanung der Abnehmer ist für die betroffenen Schweinehalter intransparent und wenig verlässlich. Eine genaue Produktionsplanung im Labelbereich ist für stabile Marktverhältnisse zentral. Für einen gut funktionierenden Gesamtmarkt ist ein transparenter Austausch und verlässliche Abmachungen zu Menge und Labelprämie unerlässlich.  

Wir appellieren an Migros, Coop, weitere Detailhändler sowie an IP-Suisse, für faire Bedingungen im Label-Schweinemarkt zu sorgen und so dem Anspruch ihrer Kunden als verantwortungsvolle Marktpartner gerecht zu werden. Damit eine konstruktive, lösungsorientierte und tragfähige Zusammenarbeit sichergestellt werden kann, fordern wir:

  • Einbezug der IPS Fachgruppe Porc in die Gespräche mit den Abnehmern.     
  • Festlegung einer transparenten und verbindlichen Mengen- und Absatzplanung im IPS-Schweinemarkt.
  • Festlegung einer kostendeckenden und fixen Labelprämie. Die Höhe der Label-Prämie richtet sich nach den geforderten Mehrleistungen: ab 1.1.2021 50 Rp. /kg SG.     
  • Absatzförderung von Schweine-Labelfleisch. Was die Gesellschaft bestellt, muss den Konsumenten auch verkauft werden können. Alle müssen auf ihrer Stufe die Verantwortung übernehmen.

Wir Labelproduzenten sind bestrebt, die Schweizer Schweinehaltung und das Qualitätsprodukt CH-Schweinefleisch gemeinsam mit Ihnen weiterzuentwickeln. Auf die letzten Schreiben der Labelproduzenten (IG Coop Label Porc und Fachgruppe Label Schweine) vom 13.12.2019 und 14.02.2020 haben Coop und IP-Suisse leider keine schriftliche Antwort gegeben. Die Unzufriedenheit der Labelproduzenten ist deshalb sehr gross.  

Gerne erwarten wir bis am 20. Oktober 2020 Ihre schriftliche Stellungnahme zu unseren Anliegen und zum weiteren Vorgehen. Für Gespräche sind wir jederzeit offen.

 

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