Inakzeptable Sparmassnahme in der Logopädie für Kinder mit schweren Sprachentwicklungsstörungen

Sehr geehrte Frau Häsler

Kinder mit schweren Sprachentwicklungsstörungen erhalten ab dem Schuljahr 22/23  aufgrund der neuen Praxis der Bildungsdirektion keine angemessene Logopädie mehr. 

Einerseits finanziert der Kanton Logopädiestunden bei privaten und auf Sprachentwicklungsstörungen spezialisierten LogopädInnen für Kinder der regulären Kindergärten und Schulen nicht mehr. Diese Kinder müssen neu in die Schullogopädie.

Andererseits stellt der Kanton den Schulen viel zu wenig Ressourcen für die Schullogopädie zur Verfügung. So gibt es Kinder mit schweren Sprachentwicklungsstörungen, die werden ab August 2022 Schulen besuchen, die keine Logopädin haben. Und es gibt Kinder, die besuchen Schulen, die zwar eine Logopädin haben aber zu wenig Logopädiestunden, um den Kindern mit schweren Sprachentwicklungstörungen die erforderlichen Stunden anbieten zu können.   

Eltern werden von der Bildungsdirektion abgewimmelt. Es herrscht Chaos. Lösungen und auch Rechtsmittel werden verwehrt, es wird auf Zeit gespielt. Die Bildungsdirektion nutzt es, dass diese Kinder und Eltern keine Lobby haben.

  • Die Realität ist, dass gewisse Kinder ab Sommer 2022 nicht mehr adäquat beschult werden. Sie werden aus den heutigen, unbestritten guten, Settings hinausgerissen und es wird ihnen kein ebenbürtiger Ersatz geboten. Das ist eine Sparmassnahme und war nie das Ziel von REVOS.
  • Die Realität ist auch, dass die Schulen das Problem ohne den Kanton nicht lösen können. Sie erhalten durch den Kanton zu wenig Logopädiestunden gesprochen.

  • Die Realität ist auch, dass die Arbeit der privaten Logopädinnen, die in den letzten Jahrzehnten diese Kinder gefördert haben, negiert wird. Der Kanton will auf ihr Fachwissen bewusst verzichten und entzieht ihnen die Arbeitsgrundlage. Logopädiepraxen müssen schliessen, obwohl die Nachfrage vorhanden ist und die Schulen dadurch entlastet werden. Warum nur?


Der Kanton kommt damit seiner Pflicht nicht nach, die Kinder so zu unterstützen, dass sie auch mit einer schweren Sprachentwicklungsstörung in der Regelschule mithalten können. 

Mit meiner Unterschrift fordere ich von Ihnen als Bildungsdirektorin, dass Sie sich dieser Kinder annehmen und sich dafür einsetzen, dass die bisherigen Settings mit den privaten LogopädInnen weiterhin durch den Kanton finanziert werden.      


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