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Netzwerk für eine zukunftsfähige katholische Kirche

2021-06-15 06:04:05
NETZWERK FÜR EINE ZUKUNFTSFÄHIGE KATHOLISCHE KIRCHE
ERZBISTUM MÜNCHEN UND FREISING
Sehr geehrter Herr Erzbischof und Kardinal,
Sie werden es schon aus Ihrem Hause erfahren haben, aber gerne möchten wir hiermit auch Ihnen persönlich die gemeinsame Erklärung zahlreicher Frauen und Männer aus verschiedenen katholischen Verbänden und Reformgruppen des Münchner Erzbistums übersenden.
Ihrem Rücktrittsangebot, eine konkrete Mitverantwortung für die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten zu übernehmen, gebührt großer Respekt.
Die schnelle Antwort des Papstes sehen wir zuvorderst als Rückenstärkung für Sie, sich hier im Bistum und auf dem Reformkurs der katholischen Kirche in Deutschland weiterhin mit Ihrer Kraft und Kompetenz einzusetzen.
In Fortführung des Gesprächs mit Ihnen am 4. Mai 2021 steht Ihnen das neugebildete Netzwerk für eine zukunftsfähige kath. Kirche im Erzbistum München und Freising gerne mit Rat und Tat bei der Umsetzung einer erneuerten Synodalen Kirche zur Verfügung.
Mit segensreichen Grüßen
Katrin Richthofer, Renate Spannig, Paul Ulbrich, Christian Weisner,
NETZWERK FÜR EINE ZUKUNFTSFÄHIGE KATHOLISCHE KIRCHE
ERZBISTUM MÜNCHEN UND FREISING
Zum Rücktrittsangebot von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx
und dem Auftrag von Papst Franziskus weiterzumachen.
Dem Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx, gebührt großer Respekt, mit seinem Rücktrittsangebot eine konkrete Mitverantwortung für die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten zu übernehmen. Mit seinem bemerkenswerten Schritt hat er Maßstäbe gesetzt, an denen sich auch die übrigen deutschen Bischöfe und Kirchenverantwort‐
lichen messen lassen müssen. Schließlich ist Kardinal Marx keineswegs der einzige, der sich im Zuge der Missbrauchskrise und ihrer Aufarbeitung vorwerfen muss, den berechtigten Ansprüchen der Betroffenen, des Rechtsstaats und der demokratischen Gesellschaft, aber damit auch den Ansprüchen des Evangeliums nicht
konsequent gerecht geworden zu sein.
Wir teilen die Sorge des ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, der auch den Synodalen Weg gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken angestoßen hat, dass sich in den letzten Monaten eine Tendenz bemerkbar macht, die systemischen Ursachen und Gefährdungen wie auch die
grundsätzlichen theologischen Fragen auszuklammern oder an den Rand zu drängen und die Aufarbeitung nur auf eine Verbesserung der Verwaltung zu reduzieren.
Die schnelle Antwort des Papstes, das Rücktrittsgesuch nicht anzunehmen, sehen wir zuvorderst als Rückenstärkung für Kardinal Reinhard Marx, sich hier in seinem Bistum und auf dem Reformkurs der katholischen Kirche in Deutschland auch weiterhin mit seiner Kraft und Kompetenz einzusetzen. Es ist ein Zeichen des
Papstes, dass es mehr als eines personellen Wechsels vor allem eines mentalen, pastoral‐theologischen und spirituellen Wechsels bedarf.
Kardinal Marx hat in seiner ersten Erklärung angekündigt, jetzt zu überlegen, welche neuen Wege wir gehen können. Das Netzwerk für eine zukunftsfähige kath. Kirche erwartet jetzt konkrete Schritte und neue Standards für das Erzbistum München und Freising, damit wirkliche Bereitschaft zu Reformen erlebbar und ein Neuanfang spürbar werden:
 Alle Missbrauchsverbrechen werden von Unabhängigen transparent untersucht und aufgearbeitet, Tatverantwortliche und Vertuschende werden ausnahmslos benannt und zur Verantwortung gezogen. Betroffene erhalten faire Ausgleichs‐ und Aufarbeitungsangebote.
 Gemeinsam mit dem „Volk Gottes“ entsteht eine Vision für die zukünftige Pastoral und deren Strukturen, die sich an den Menschen und ihren Bedürfnissen orientiert – und nicht an der Menge der ständig abnehmenden Priesterzahlen.
 Frauen nehmen grundsätzlich eine gleichberechtigte Position in allen kirchlichen Diensten und Ämtern ein. Nur wenn anerkannt wird, dass Männer und Frauen auch in der Kirche die gleiche Würde und die gleichen Rechte haben, kann heute und in Zukunft die Botschaft Jesu glaubwürdig verkündet und gelebt werden.
 Die kürzlich Kardinal Marx überreichte Petition zu neuen Befugnissen für alle pastoral Mitarbeitenden (predigen in Eucharistiefeiern, taufen, Eheassistenz, Beerdigungen) wird konsequent umgesetzt. In die Umsetzung sind alle in der Pastoral Tätigen einbezogen.
 Caritative Organisationen und seelsorgliche Dienste werden in einen Strukturerneuerungsprozess einbezogen.
 Leitungsverantwortliche der Erzdiözese setzen sich klar für die Veränderungen aus dem Synodalen Weg ein und stellen sich gegen diskriminierende und rückwärtsgewandte Positionen innerhalb der kath. Kirche und des Kirchenvolks.
Diese Punkte gelten in ähnlicher Weise für alle Diözesen in Deutschland. Das Netzwerk für eine zukunftsfähige kath. Kirche appelliert deshalb an die Deutsche Bischofskonferenz, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken und die Teilnehmenden des Synodalen Weges:
 Verstehen Sie den veröffentlichten Briefwechsel zwischen Kardinal Marx und Papst Franziskus als einen weiteren deutlichen Weckruf, in welch massiver Glaubwürdigkeitskrise sich die katholische Kirche nicht nur in Deutschland, sondern weltweit befindet!
 Intensivieren Sie die Arbeit im Synodalen Weg, um die systemischen Ursachen geistlichen und sexualisierten Missbrauchs zu erkennen, zu beheben, Reformen voranzutreiben und mutig neue Schritte in die Zukunft unserer Kirche zu gehen!
 Nehmen Sie die vielfältigen Impulse und konkreten Vorschläge für Veränderungen seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, der Würzburger und Dresdener Synoden und der vielen Diözesansynoden wie auch aus der theologischen Forschung und aus dem Reformbereich endlich auf – wie z.B. das KirchenVolksBegehren 1995, das Memorandum „Kirche 2011“, die „Osnabrücker Thesen“ des Jahres 2018, die Thesen Maria 2.0 aus dem Jahr 2021 und unzählige andere Positionspapiere und Beschlüsse!
Das Netzwerk für eine zukunftsfähige kath. Kirche sieht das Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx auch als Signal an Papst Franziskus und an den Vatikan. Es braucht eine grundlegend bessere Kommunikation zwischen den Ortskirchen und dem Vatikan, der, wie Papst Franziskus sagt, vor allem eine dienende Funktion haben muss. Manche Anweisungen aus Rom wie zuletzt das Verbot der Segnung homosexueller Paare und
die Verschärfung des Weiheverbots für Frauen blockieren die Zukunft der Kirche.
Das Netzwerk für eine zukunftsfähige kath. Kirche im Erzbistum München und Freising steht gerne mit Rat und Tat bei der Umsetzung einer erneuerten Synodalen Kirche zur Verfügung, denn der Glaube an die Frohe Botschaft gibt uns Hoffnung, auch auf eine spirituelle wie strukturelle Erneuerung der Kirche.

München, den 12. Juni 2021

Für das Netzwerk für eine zukunftsfähige kath. Kirche im Erzbistum München und Freising:
(im Kontakt mit anderen Verbänden, die sich bereits in ähnlicher Weise geäußert haben)
Dr. Edgar Büttner (Priester im Dialog, Wir sind Kirche)
Maria und Rudolph Berg (Wir sind Kirche, Maria 2.0 München)
Willi Kuper (Münchner Kreis)
Ulrike Leininger (Münchner Kreis)
Elisabeth Maier (Kommission Frauen im Kolping DV München und Freising)
Roswitha Merk‐Büchler (Katholischer Deutscher Frauenbund, Maria 2.0)
Rosi Mittermeier (Initiative Sauerteig)
Franziska Müller‐Härlin (Wir sind Kirche, Maria 2.0 München)
Sylvia Nazet (Diözesanverband Katholischer Deutscher Frauenbund)
Katrin Richthofer (Altcusanerin München, Maria 2.0 München, ND)
Marion Ringler (Münchner Kreis)
Dr. Dr. Wolfgang Rothe (Maria 2.0)
Barbara Schmidt (Theologin)
Sr. Susanne Schneider MC (OrdensFrauen für MenschenWürde, Maria 2.0 München)
Hiltrud Schönheit (Maria 2.0 München)
Stefan Schori (Münchner Kreis)
Renate Spannig (Maria 2.0 München, ND)
Christian Taufenbach (Altcusaner München, ND)
Paul‐G. Ulbrich (Gemeindeinitiative, Maria 2.0 München, Wir sind Kirche)
Christian Weisner (Wir sind Kirche, Maria 2.0 München)
Waltraud Werner (Diözesanverband Katholische Frauengemeinschaft Deutschland)
Pressekontakt: Katrin Richthofer,  Renate Spannig, Paul Ulbrich, Christian Weisner,

 


Initiative Münchner Kreis

Der Kardinal und der Priesterrat

2021-06-10 08:57:03

Liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner,

ich habe erfahren, dass der Priesterrat 45 Minuten mit dem Kardinal über unsere Petitionsvorschläge sehr intensiv diskutiert hat. Es gibt einige Pfarrer, die unsere Vorschläge unterstützen und einige Pfarrer, die sich diese Reformschritte noch nicht vorstellen können.

Ein offizielles Ergebnis habe ich vom Sekreatriat des Erzbischofs noch nicht erhalten - aber die haben vielleicht gerade andere Schwerpunkte.

Ich melde mich wieder, wenn ich ein offizielle Meldung bekomme.

Aber wir haben jetzt schon einiges erreicht. Die Vorschläge der Petition sind auf jeden Fall in die Gedanken von verantwortlichen Pfarrern gesät worden (siehe das Evangelium vom kommenden Sonntag). Unsere Petition ist noch einmal als Protokoll an alle Priester in unserem Erzbistum geschickt worden und die Reformgruppen sind stark durch unsere Aktion zusammen gewachsen.

 

Einen lieben Gruß aus Grünwald

Willi Kuper

Einer der Sprecher im Münchner Kreis


Initiative Münchner Kreis

Zweite Welle von Unterschriften

2021-05-11 08:06:10

Liebe Unterstützer,

eine zweite Welle der Unterschriften erreicht uns durch die Auslageversion unserer Petition in den Kirchengemeinden. Diese werden meist per Post zu uns in die Pfarrei St. Heinrich, Scharnitzstraße 2, 81377 München gesandt. Wenn Sie ebenfalls in Ihrer Kirche die Petition auslegen wollen, schicken Sie mir eine Nachrricht unter: wkuper@ebmuc.de

Bitte sprechen Sie unbedingt mit dem Pfarrer vor Ort ab, ob Sie die Petition auslegen dürfen - sonst gibt es nur wieder erzürnte Mails an mich.

Sobald der Priesterrat mit dem Kardinal unsere Vorschläge der Petition diskutiert hat und ich davon Kenntnis erhalten habe, schicke ich Ihnen die Ergebnisse weiter.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für Ihre Unterstützung. Ohne Ihre Unterschriften wäre das Gespräch mit dem Kardinal nicht zustande gekommen.

Einen lieben Gruß aus St. Heinrich und St. Stephan

Diakon Willi Kuper


Initiative Münchner Kreis

Übergabe unserer Petition mit Kardinal Marx hat stattgefunden

2021-05-05 02:22:58

Kardinal Marx trifft Reformgruppen

Vertreterinnen und Vertreter von Maria 2.0 und Münchner Kreis übergeben Thesen und Petition
München, 4. Mai 2021. Kardinal Reinhard Marx hat Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Reformgruppen in der Erzdiözese München und Freising am frühen Dienstagabend, 4. Mai, getroffen. Neben dem Katholikenrat der Region München waren der Münchner Kreis, Maria 2.0 München, Wir sind Kirche, die Ordensfrauen für Menschenwürde und die Gemeindeinitiative vertreten. Maria 2.0 und Münchner Kreis stellten dabei ihre Thesen und ihre Petition vor und erläuterten sie.

Der Kardinal hat uns zugesagt, dass er die Vorschläge der Petition mit seinem Priesterrat bespricht. Ansonsten hat der Kardinal auf den Synodalen Weg hingewiesen.

Die Reformgruppen werden durch diese Erfahrung noch mehr miteinander zusammenarbeiten und gegenseitig ihre Aktionen unterstützen.

 
Die Pressemeldung des Ordinariats mit Foto (anbei)Bild19.jpg

(https://www.erzbistum-muenchen.de/news/bistum/Kardinal-Marx-trifft-Reformgruppen-3                    
      9366.news),
 
Diakon Willi Kuper übergibt die Petition an Kardinal Marx.
Kardinal_Marx_trifft_Reformgruppen_20210504.jpg

Initiative Münchner Kreis

Gesprächstermin mit Kardinal Marx

2021-04-25 15:39:24

Liebe Unterstützer unserer Petition,

wir haben einen Gesprächstermin mit Kardinal Marx Anfang Mai bekommen.

Da er 6 Vertreterinnen und Vertreter zu diesem Gespräch eingeladen hat, haben wir auch andere Reformgruppen, mit denen wir eng vernetzt arbeiten, mit zu diesem Gespräch eingeladen. Somit kommen jetzt die Gemeindeinitiative, Wir sind Kirche, Ordensfrauen für Menschenwürde, Maria 2.0, Priester im Dialog und die Initiative Münchner Kreis zu dem Gesprächstermin mit Kardinal Marx. Hier wollen wir erreichen, das der Kardinal die Reformgruppen jedes Jahr zu einen Gespräch einläd, damit er ehrliches Lob, konstruktive Kritik und die Sichtweise von Menschen an der Basis mitbekommen kann.

Wir bedanken uns für die Unterstützung und bitten um weitere Werbung für Unterschriften. Zu den Unterschriften im Internet kommen jetzt noch die Auslagen in den Kirchen dazu. Je mehr Unterschriften wir zusammen bekommen, je deutlicher können wir unsere Vorschläge dem Kardinal näher bringen.

 

Einen liebe Gruß und Gottes reichen Segen wünschen Ihnen und Euch

 

Diakon Willi Kuper

Einer der Sprecher in der Initiative Münchner Kreis

Bild17.jpg

 

 

 


Initiative Münchner Kreis



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