Grundbudgetierung der pädagogischen Mitarbeiter an niedersächsischen Grundschulen

Es geht um die Situation der Pädagogischen Mitarbeiterinnen (PM) an den niedersächsischen Grundschulen. Normalerweise betreuen diese die Schüler der ersten zwei Klassen mit fester Stundenzahl, werden aber mit Hilfe eines festgesetzten Stundenbudgets auch im Krankheitsfall der Lehrkräfte zur Unterrichtsdurchführung eingesetzt.
Im Falle des zur-Neige-Gehens der Vertretungsreserve, das an unserer Schule in der Regel zu Beginn des zweiten Halbjahres einsetzt, gibt es die Möglichkeit den Mehrbedarf an Stunden per Antrag auszugleichen. Diese Stunden können allerdings nunmehr nicht von den vor Ort vorhandenen PM geleistet werden, da diese alle unbefristet tätig sind. So gut wie nie ist auch ein Sachgrund vorhanden, der eine
Befristung rechtfertigen könnte. Demnach verbleiben nur noch wenige Optionen, um die Verlässlichkeit aufrecht zu erhalten:

  • Neueinstellung einer PM befristet bis zu den Sommerferien ausschließlich für sämtliche Vertretungszwecke mit Hilfe beantragter und bewilligter zusätzlicher Stunden. Da nach Auslaufen des Vertrages dann nur noch eine unbefristete (also ohne befristete "Probezeit") oder sonst auf Jahre gar keine Einstellung an einer anderen Schule möglich wäre halten wir diese Möglichkeit für die unwahrscheinlichste, da sich niemand ernsthaft auf eine solche Stelle bewerben wird.
  • Abordnung einer PM von einer anderen Schule mit Überversorgung ebenfalls mit Hilfe beantragter und bewilligter zusätzlicher Stunden ausschließlich für sämtliche Vertretungszwecke. Allerdings ist im direkten Umfeld der Schule keine Grundschule überversorgt.
  • Im schlimmsten Fall Totalausfall von Unterricht und Abholung der Kinder in Absprache mit den Eltern oder in milderer Form Ausfall von Förderstunden, die Zusammenlegung oder Aufteilung von Klassen bzw. Schulsekretärin und Hausmeister übernehmen Aufsichtsfunktionen.

Wir möchten gerne, dass die bereits eingestellten PM, die mit den Kindern vertraut und eingearbeitet sind und gerne mehr Stunden arbeiten würden, diese auch bekommen können. Da das Budget der Schule aber nicht an den vorauszusehenden Bedarf angepasst ist, stehen entsprechend zu wenig Stunden für den Vertretungsfall zur Verfügung und das schon seit Einführung der Verlässlichkeit vor 10 Jahren!
Wir möchten gerne, dass ein geregelter Unterricht stattfindet und keine Flickschusterei auf Kosten der Unterrichtsqualität. Auch die dringend notwendige Förderung von Kindern mit besonderen Bedarfen darf nicht zugunsten von Vertretungsunterricht zusammengestrichen werden, wenn es mit der Inklusion klappen soll.

Wir möchten gerne gesunde Lehrkräfte, die unter guten Bedingungen unterrichten können. Aktuellen Studien zu Folge sieht es gerade an kleineren Grundschulen diesbezüglich nicht gut aus auf Grund der hohen Mehrfachbelastungen. Durch eine Unterversorgung mit Vertretungsstunden wird sich dies bei uns vermutlich noch mehr verschärfen. Es nisten sich für das ganze System weitere Überlastungssituationen der bestehenden Lehrerschaft ein, was deutlich höhere Folgekosten im Personalbereich zur Folge haben kann. Hier wird unserer Überzeugung nach am falschen Ende gespart!
Deutschland als Bildungsland, die Kinder als unsere Zukunft sind durch diese Fehlsparmaßnahmen in ihrer Zukunft bedroht, das kann uns Eltern nicht egal sein, die wir uns Qualität durch einen guten Personalschlüssel wünschen. Wir bitten Sie daher zum Wohle unserer Kinder und auch Lehrkräfte diesen Zustand aufzuheben:
Es muss eine bessere Grund-Budgetierung der Stunden für die PM mit Festanstellung geben, die qualitativ hochwertige Arbeit leisten. Eine Nachbeantragung von Stunden sollte nur noch nötig werden bei längeren Erkrankungen, so dass eine Befristung mit Sachgrund möglich ist.school.jpeg




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