Rettet Haus Dietz

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Gast

#1

2011-06-21 12:13

Früher bin ich fast täglich an dem Haus Dietz vorbeigegangen. Es ist mir natürlich aufgefallen. Von der interessanten Baugeschichte habe ich erst vor einigen Jahren erfahren. Es wäre schade, wenn Stück "Moderne" in Potsdam für immer verloren geht.

Gast

#2

2011-06-21 13:32

Die Ausstellung im Kutschstall zeigt hervorragende Beispiele für das "Moderne Bauen" in Potsdam. Eben nicht nur Barock, wie immer argumentiert wird. Diese zwei Häuser (in der Kurfürstenstraße) sollten unbedingt erhalten bleiben - als Ensemble und Beispiele für Holzbauarchitektur. Trotz aller Diskussion über Original und Rekonstruktion.
pede

#3 link zur geschichte des nachbarhauses

2011-06-21 13:42

En jahr vor errichtung des hauses dietz ist das kleinere nachbargebäude, die Gymnastikschule Ullrich gebaut worden. es ist ein stück emanzipationsgeschichte, da eine ledige frau die bauherrin war und ihre pläne durchsetzte.

hier steht mehr zur geschichte von Margarethe Ullrich und ihrem Haus in der Kurfürstenstraße, schöne bilder gibt es auch ;)
Seite 18 und 19! http://issuu.com/friedrich/docs/friedrich-zeitschrift-fuer-potsdam-februar-2011


Gast

#4

2011-06-21 16:51

Meine Frau und ich sind in dieser Woche aus Dessau zurück gekommen. Selbst an der Wiege des Bauhaus-Stils gibt es nur wenige Gebäude aus dieser Zeit.
Potsdam sollte sich glücklich schätzen, dass in dieser Kulturstadt auch Bauhaus-Architektur beheimatet ist. Es wäre eine Schande für die Stadt und insbesondere für die regierenden Entscheidungsträger, wenn ein solches historisches Denkmal -wieder mal- geldlichen Interessen geopfert wird!
Sibylle und Bernd-Dieter Schmeichel

Gast

#5

2011-06-21 20:14

Solch ein architektur-geschichtliches Gebäude darf nicht abgerissen werden!

Gast

#6

2011-06-22 11:12

Was das Regattahaus neben dem Sportgelände am Luftschiffhaben ist und durch Restaurierung wieder werden wird, was die Bauhaus-Architektur in der Leipziger Straße ist, dafür steht auch das Dietz-Haus am Rande der Innenstadt.

Jede Stadt lebt durch vielfältige Facetten ihrer Baukultur, nicht durch beliebige, geringfügig variierte Kopie ein und derselben.


Gast

#7

2011-06-22 12:22

Potsdam sollte seine architektonische Vergangenheit bewahren. Dazu gehören auch die seltenen Exemplare des Bauhauses in Potsdam.

Dieser Kommentar wurde von dessen Autor entfernt (Details zeigen)

2011-06-22 12:44



Gast

#9

2011-06-22 12:52

Ich finde es persönlich sehr schade und nicht nachvollziehbar, dass ein solches architektonisches Bauwerk abgerissen werden soll. Was passiert noch alles in Potsdam?!

Gast

#10 Replik leider nicht schutzwürdig!

2011-06-22 18:46

Um es vorweg zu nehmen: Ich bin kein Verfechter einer rückwärtsgewandten Architektur, wie es zur Zeit in Potsdam leider Mode geworden ist! Im Gegenteil - ich verehre die Werke der klassischen Moderne sehr. Jedoch sollten die Menschen, die hier so eifrig diskutieren, mal im Amt für Denkmalpflege nachfragen, warum die Abrissgenehmigung erfolgt ist! Warum wird denn hier nicht erwähnt, dass ein Haus seinen Denkmalstatus verliert, wenn es abgerissen und -in welcher Art und Weise auch immer- wieder aufgebaut wird. Es ist und bleibt eine Replik. Rein rechtlich MUSS die Stadt hier ihre Zustimmung geben. Die Stadtverwaltung ist also hier mal NICHT der Buh-Mann. Der Besitzer selbst hat dafür gesorgt, dass es soweit kommt. Es sollten alle, die sich hier beschweren mal dort klingeln und nach den Beweggründen fragen. Es ist auch bezeichnend, dass das Foto beflissendlich nicht die Verschandelung des Hauses zeigt. Warum wird denn der Eingangsbereich nicht dargestellt?

Ich möchte hier noch den Schluss eines Artikels aus dem Baunetz zitieren: "Wenn es also einen Grund gibt, sich für den Erhalt des Hauses Dietz einzusetzen, dann ist es vorrangig die Tatsache, dass mit diesem Bauwerk eine originelle Facette der allgegenwärtigen Rekonstruktionsdebatte aufscheint: Welches Schutzbedürfnis kann ein Wiederaufbau eines modernen Baus für sich beanspruchen, der seinerseits einer bereits abgeschlossenen Epoche entstammt?" (http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-DDR-Rekonstruktion_in_Potsdam_bedroht_1646865.html?source=nl) Dem kann ich nichts mehr hinzufügen.

Gast

#11 Re: Replik leider nicht schutzwürdig!

2011-06-22 19:10

#10: - Replik leider nicht schutzwürdig! 

 Das Amt für Denkmalpflege hat nicht mit der Abrissgenehmigung zu tun, diese ist auch gar nicht erteilt worden, sondern eine Bauvoranfrage positiv beantwortet worden... Ansonsten: Kann man ein Haus nicht einfach mal stehen lassen, weil es schön ist? Muss man alles abreißen, was kein Denkmal ist? Ich verstehe dieses Festmachen am Denkmalstatus nicht. Sicher, der Eingang ist verschandelt, und der (ehemalige) Eigentümer ist nur zur Hälfte Schuld, weil die Stadtverwaltung eine massive Blockbebauung in der Leiblstraße genehmigt hat, die jetzt gerade dazu führt, dass das Haus Ullrich (Denkmal) zerstört wird.


Gast

#12 Mut zu Rekonstruktionen

2011-06-22 19:31

Der Sinn nach Schönheit hat der Vorgänger-Beiträger genannt und ich will hier nicht jene Diskussion eröffnen, die seit der Charta von Venedig und der Skepsis von Dehio gegenüber Rekonstruktionen immer wieder aufscheint.

Auch der Markusturm von Venedig ist nach seinem Zusammensturz wieder aufgebaut worden, ebenso die sieben romanischen Kirchen in Köln, die während des Krieges zerstört worden sind, der zweite Turm bei St. Servatius in Quedlinburg ist hinzugefügt worden bei Überformung und Angleichung des ersten und bis dato einzigen und bei der Wiederherstellung der ursprünglichen Fassadenfarbe beim Schloss Caputh war die Entscheidung zu treffen, ob die ursprüngliche Farbe für das Haus ohne seinerzeitigen Anbau oder aber die dann andere Farbe bei Hinzufügung des Anbaus zu verwenden wäre. Das Ergebnis: beides, obwohl das Haus in dieser Farbkombination nie ausgesehen hat.

Potsdam hat in der Wilhelm-Staab-Straße und im südlichen Teil der Dortustraße eine ganze Reihe Barockbauten, die nie so ausgesehen haben wie sie jetzt dort stehen, es sind frei schöpferische Entwürfe in der frühen Phase der DDR als das Neue Deutschland im Rahmen des Nationalen Wiederaufbaus das Alte - selbst in Preußen nicht - noch nicht mit Füßen trat.

Insofern ist auch trotz der Veränderung des Eingangs - trotz der behaupteten Verschandelung des Eingangs - der jetzige Bau m. E. eine erhaltenswürdige Schöpfung. Facettenreicher und originärer jedenfalls als dasjenige, was bei Computer Aided Design an seiner Stelle stehen soll.


Gast

#13 Re: Re: Replik leider nicht schutzwürdig!

2011-06-22 20:07

#11: - Re: Replik leider nicht schutzwürdig!

Im Rahmen der Bauvoranfrage ist das Amt für Denkmalpflege beteiligt worden. Man kann sich natürlich über die Wortwahl streiten. Aber nach Brandenburger Bauordnung ist eine genehmigte Bauvoranfrage, die den Abriss eines Hauses beinhaltet wohl auch eine Abrissgenehmigung. Hierzu bedarf es ja leider nicht einmal mehr einer Genehmigung. Der ehemalige Eigentümer hat zur Begründung angegeben, dass die erwähnte Blockbebauung den Wert seines Grundstücks (NICHT des Hauses) erheblich mindert. Hallo???

Aber ich gebe Ihnen Recht: natürlich ist das Festmachen am Denkmalstatus gerade beim Haus Dietz nicht angebracht! Insbesondere weil es ein Verdienst der DDR-Denkmalpflege war, dass das Haus entgegen der herrschenden ökonomischen und ideologischen Doktrin erhalten bzw. wiederaufgebaut wurde. Dass dies mit der Auffassung von Denkmalpflege nichts zu tun hat, ist aber leider so und deshalb aus rechtlicher Sicht nicht schutzwürdig.

Insofern wird diese Petition hoffentlich den zukünftige Investor dazu bewegen, auf einen Abriss zu verzichten...


Gast

#14

2011-06-23 09:00

Es wurden weltweit nur wenige Holzhäuser der klassischen Moderne in so prominenter Innenstadtlage errichtet. Der Baustoff Holz wurde nicht willkürlich gewählt sondern war dem wenig tragfähigen Baugrund geschuldet. Auch der einmalige Vorgang des Wiederaufbaus eines Bauhauses in der DDR ist zwingend schützenswert.

Gast

#15

2011-06-23 10:02

.....bei so vielen Bausünden und unansehnlichen Bauten auch aus heutiger Zeit ist es dringend notwendig, solche Häuser auch als Vorbild für kommende Generationen zu erhalten.

Gast

#16

2011-06-23 10:57

Wenn es so weitergeht, wird unser unverwechselbare Potsdam irgendwann so beliebig wie viele andere Städte!

Gast

#17

2011-06-23 12:04

Schade dass nur der Geschmack einzelner politischer und wirtschaftlicher Entscheider im Vordergrund steht – nicht jedoch der geschichtliche Kontext. Der Abriss diverser funktionierender Bauten aus DDR-Zeiten ist radikaler und rücksichtsloser als das Beseitigen zerbombter Gebäude. Zeitzeichen zu vernichten kann mit einem bewußten Vergessen gleichgesetzt werden. Dafür geht jetzt die Epoche der mutlosen Architektur. Man traut sich nichts neues »dazu fehlt der Mut« (Rainer Speer bei einer Podiumsdiskussion im Alten Rathaus), hat Angst vor der Reibung, vor Kontrasten die zum aktiven Dialog einladen —— immer alles schön glatt machen. Strg Z

Gast

#18

2011-06-23 12:16

Das Außerordentliche dieses zum Abriss stehenden Gebäudes besteht für mich darin, dass es gerade nicht nur Funktions-Architektur ist, die in beliebiger Weise mit seiner endlosen Fensterrasterung auch in einem Industriegebiet beliebiger Prägung stehen könnte, sondern dem spezifischen Ort Unverwechselbarkeit und Markanz verleiht.

Herausforderung ist, ein eigenes Zeichen zu setzen, ohne in erklärter GEGEN-Herrschaft zum Vorfindbaren der Umgebung seinen Stempel aufzudrücken.


Gast

#19

2011-06-23 14:09

Der Abriss des Hauses sollte unbedingt verhindert werden; es wäre ein großer Verlust für die Stadt Potsdam.

Gast

#20

2011-06-23 14:26

Seit meiner Kinderzeit schaue ich immer wieder mal nach diesem Gebäude. Es gehört einfach zu Potsdam und seiner Baugeschichte.Wer so ein geschichtsträchtiges Haus und Grundstückt kauft, hat auch Verpflichtungen gegenüber der Allgemeinheit, der Stadt. Eigentum ist nicht alles! Spekulanten brauchen wir hier nicht. Leider gibt es schon genügend Bausünden in Potsdam, nach der "Wende".

Gast

#21

2011-06-23 16:38

Tradition zu bewahren ist wichtig!
Baudenkmäler sind zu erhalten!!
Die Politik hat NICHTS begriffen, wer will sich denn da mal wieder LiebKind machen.
Mir wird oft übel wenn ich diesen hilflosen Aktioniusmus erlebe.
Katrine Lihn - Tradition trifft Moderne

Gast

#22

2011-06-23 20:27

Für mich bei der Überfülle historischer Bausubstanz in Potsdam trotzdem eines der schönsten und interessantesten Häuser. Der Abriss wäre ein großer Verlust. Unglaublich vor dem Hintergrund, dass Stadtschloss und Garnisionskirche für viel Geld wieder aufgebaut werden. Besonders traurig macht mich beim Haus Dietz auch die unglückliche Verkopplung aus bürokratischem Ungeschick, Bauherrenunglück und fehlendem Großmut gegenüber einer verfahrenen Situation. Insofern bleibt nur die Bitte um die Einsicht, dass es hier um etwas mehr als ein Baugrundstück in guter Lage geht. Jens-Uwe Sprengel

Gast

#23

2011-06-23 21:13

Unbegreiflich warum die Denkmalschutzbehörden es zu dieser Entwicklung haben kommen lassen!

Gast

#24

2011-06-23 21:29

Hallo, Danke dass Sie sich für dieses Objekt SO stark einsetzen.
Bin 58 Jahre alt, Babelsberger, und habe sehr wenig Kunstverständnis. Aber schon als Kind und Jugendlicher war ich von diesem Haus angetan. An meinem Beispiel sieht man deutlich, dass selbst Leute mit niedrigem Bildungsniveau Kunst erkennen können. Mit manch anderer Kunst kann ich nichts anfangen, aber hier habe ich sie erkannt. Es wäre schade darum. Ich wünsche Ihnen und Uns viel Glück bei dieser Aktion.
Ps. Nur ein kl. Hinweis. Nachdem man seine Daten eingegeben hat erscheint: "Unterschriebe diese Petition" und unten nochmal " Dien E-Mail". da hatte wohl jemand zu flinke Finger beim schreiben. Könnte aber auch "Holländisch" sein??? ;-) LG Helmut Neumann

Gast

#25 Re: Unbegreiflich warum die Denkmalschutzbehörden es zu dieser Entwicklung haben kommen lassen!

2011-06-24 01:09

#23: -  

Die Frage ist m. E. recht einfach beantwortet: Weil Denkmalschutz nicht vom Schönheitsempfinden von Menschen ausgeht, sondern unabhängig davon, wie weit ein Gebäude historischen Zeugniswert hat. Insofern kann auch ein kubischer Betonkasten nach dieser Logik Denkmalwert bekommen.

Was einen einzelnen Bau beim Letztgenannten angeht, kann ich da sogar noch mitgehen. Weshalb aber bei einem Feuchtigkeitsschaden oder bei einem Brand oder bei Bombentreffern und der anschließenden Zerstörung bei einem kompletten Wiederaufbau der besagte Zeugniswert unwiderbringlich dahin sein soll, das kann ich nur erklären damit, dass hier das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wurde.

Nicht die Wiederherstellung eines wirklich stadtbildprägenden, be-deutenden Gebäudes kann ein Übel sein, sondern der Vorwurf einer unbilligen Kopie, wo das Gebäude selbst im Menschen als be-deutendes weiterlebt. Sei es in Form des Stadtschlosses, der Garnisonkirche oder - zu DDR-Zeiten und hoffentlich heute auch - des Hauses Dietz.

 

 

 

 

 

 

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