Pädagogen, Eltern und Fachleute fordern den sofortigen Stopp kindeswohlgefährdender Inhalte in Sexualpädagogik

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Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Nehammer,

Sehr geehrter Herr Bildungsminister Polaschek,

Sehr geehrter Herr Gesundheits- und Sozialminister Rauch,

Sehr geehrte Bildungsrätinnen und Bildungsräte Amon, Gutschi, Haberlander, Hagele, Kaiser, Schöbi-Fink, Teschl-Hofmeister, Wiederkehr und Winkler,

Sehr geehrte Klubobfrauen zum Nationalrat Maurer und Meinl-Reisinger,  

Sehr geehrte Klubobmänner zum Nationalrat Babler, Kickl und Wöginger,

Das Kindeswohl hat lt. österreichischer Verfassung, EU-Charta und UN Kinderrechtskonvention Vorrang aus Prinzip.

Bezugnehmend auf folgende Vorgaben zur Sexualpädagogik

  • Leitfaden zur Erstellung eines schulischen sexual-pädagogischen Konzeptes [1] (Februar 2023)
  • Lehrpläne NEU ab 2023/24
  • Standards für Sexualaufklärung in Europa der WHO
  • International Technical Guidance on Sexuality Education (CSE: Comprehensive Sexuality Education)
  • Erlass: Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung (2018)
  • Grundsatzerlass Sexualpädagogik (2015)
  • Broschüren und Veröffentlichungen von geförderten Servicestellen der Bundesregierung und Schulbuchverlagen 

bringen wir unsere Bedenken hinsichtlich einer Gefährdung des Kindeswohls zum Ausdruck.  

Neben einer sorgfältigen Begutachtung aller externen sexualpädagogischen Vereine, welche Schulen besuchen, muss dringend ein Augenmerk auf die Erlässe und vom Ministerium geförderten Servicestellen und deren veröffentlichte Publikationen[2] sowie auf Inhalte der Lehrerfortbildung[3] gelegt werden.  

Die problematischste Prämisse in diesem Zusammenhang ist die Auffassung, dass das Kind als "sexuelles Wesen" seine Gefühle, seine Lust, und sein Spielverhalten sexuell ausdrückt, was eine subtile Entgrenzung zwischen Erwachsenen- und Kindersexualität bedeutet.[4] Damit zeigt sich gegenwärtige Sexualpädagogik in einer unkritischen Nähe zu einer Praxis, die Kinder in bestimmten sexuellen Belangen wie kleine Erwachsene behandelt. Der Grundsatzerlass fordert dazu, “dass mit Kindern und Jugendlichen über alle Themen rund um Beziehung und Sexualität gesprochen wird.“[5] Aufgrund unserer langjährigen Arbeit mit Kindern müssen wir dieser Haltung vehement widersprechen. Anbei zur Veranschaulichung aus der Dokumentationsplattform: www.sexualerziehung.at:

  • Fallbeispiel 7. Schulstufe Gymnasium,  Fachstelle NÖ:

"Nachdem aufgeschrieben wurde, was den Kindern zu Sex eingefallen war, wurden von den Referenten alle Begriffe erklärt. Dazu gehörten Sexspielzeuge und sämtliche Sexpraktiken. Besonders schockierend war die Erklärung des sogenannten Rainbowkiss."

  • Fallbeispiel 4.Klasse Volksschule Vorarlberg: 

"Wir fanden es sehr überraschend, dass die Workshopleiter gesagt haben, dass die Kinder- außer mit ihren Eltern- mit niemandem über den Inhalt des Workshops sprechen dürfen- und schon gar nicht mit den Lehrerinnen. Das Thema "Geschlechtsverkehr" ist sehr ausführlich besprochen worden. Unsere Tochter hat voll Abscheu erzählt, dass sie gelernt hat, dass beim Geschlechtsverkehr die Frau das Glied vom Mann tief in den Mund steckt. Scheinbar wurde gesagt, dass "Oralverkehr" dazu gehört. Die Workshopleiter haben bildlich erklärt, wie dies funktioniert."

Im sensiblen Bereich der Sexualpädagogik muss- neben Einbeziehung der Eltern als Haupterziehende [6] - ein Schutzraum der sexuellen Sphäre beachtet werden und die natürliche Schamgrenze der Kinder und Jugendlichen geachtet werden, um entwicklungs- und altersgerecht vorzugehen. 

Zum Zweiten befördern Inhalte der "reflexiven Geschlechterpädagogik“ [7] eine proaktive, einseitige Handhabung von Diversitätsthemen, die zu Überforderung und weitreichenden psychosozialen Folgeschäden führen und somit ebenfalls eine Form von Gewalt durch Grenzüberschreitung [8] darstellen:

  • Beispiel aus dem JÖ Schulmagazin, 5.Schulstufe, S.8, Februar 2023: 

"Als Kleinkindern ist uns die Einteilung in Junge und Mädchen egal. Die Grenzen zwischen diesen beiden Geschlechtern lernen wir erst, wenn wir älter werden. Es wäre so wunderbar, wenn es diese Grenzen nicht geben würde!"

  • Fallbeispiel 1.Klasse Volksschule, NÖ: 

"Ein Mädchen berichtet nach der Schule:"Mama, wir haben jetzt ein Regenbogenklo in der Schule. Die Lehrerin sagt, da können Kinder hingehen, die nicht wissen ob sie ein Bub oder ein Mädchen sind!“ Die Mutter spricht mit der Klassenlehrerin und sagt, dass die Kinder verwirrt seien, dies weder altersgerecht sei noch der Lebenswelt der meisten Kinder entspreche und in einen äußerst sensiblen Bereich hineinreiche."

Vorrangig muss im Sinne einer Verhältnismäßigkeit gehandelt werden. Eine Förderung[9] und damit Anleitung in jegliche Richtung widerspricht dem Indoktrinationsverbot[10]. Kinder und Jugendliche dürfen weder einem ideologischen noch einem politischen oder wirtschaftlichen Zweck dienen.  

Mit unserem offenen Brief und der damit einhergehenden Petition (hier) appellieren wir an sämtliche Parteien und Ministerienrasch zu handeln, sich öffentlich zu bekennen, und die genannten Grundsatzerlässe im Sinne des Kindeswohls[11] anzupassen. Insbesondere wird eine klare Abgrenzung von einer sexualpädagogischen Ideologie gefordert, die entgegen allen entwicklungspsychologischen Erkenntnissen Kinder und Jugendliche für sich instrumentalisiert[12]

Wir laden hiermit zu einem Diskurs ein und stellen gerne unsere fundierten Expertisen zur Verfügung. 

Kinderwohl- Verein Österreichischer Pädagogen (Elementar- Hochschulbereich) 

 

Anlage:

Sammlung an Fallbeispielen per Email an Adressaten

Erstunterstützer:

ao.Univ. Prof. Dr. Daniela Karall,  Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde, Klinik für Pädiatrie, Med. Universität Innsbruck, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde

Prof. Dr. Boglarka Hadinger, Psychologin, Psychotherapeutin

Univ. Prof. DDr. Christian Schubert, MSc, Ärztlicher Psychotherapeut

Univ. Doz. DDr. Raphael M. Bonelli, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Facharzt für Neurologie

Prof. Dr. Peter Stippl, Psychotherapeut, Supervisor, Trainer & Coach

Dr. Christian Spaemann, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapeutische Medizin

Dr. Andrea Harms, Psychologin, Psychoanalytikerin

Mag. Karin Reinberg, Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin

Plattform Psychische Gesundheit- Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Lebens- und Sozialberater*innen sowie Seelsorger*innen

Mag. Suha Dejmek, Organisationsberaterin und Coach, Initiatorin von Kindergerecht (www.kindergerecht.at)

Dr. Ludwig-Christoph Doczy, Facharzt für Kinder-und Jugendheilkunde, Arzt für Allgemeinmedizin

Univ. Prof. Dr. Doris Gruber, Fachärztin für Frauenheilkunde & Geburtshilfe

Dr. Renate Plattner-Senft, Ärztin für Allgemeinmedizin, Schulärztin

Dr. Christian Hinterdorfer, Arzt für Allgemeinmedizin

Dr. Peter Huemer, Zahnarzt und Humanmediziner, Initiative Kinderschutz Vorarlberg

Wir zeigen Gesicht - Initiative von ÄrztInnen und AnwältInnen

Verein Gesundheit für Österreich - ÄrztInnen und WissenschaftlerInnen, Angehörige anderer Gesundheitsberufe und gesundheitsbezogener Berufe

Mag. Jan Ledochowski, Jurist, Präsident Plattform Christdemokratie

Mag. (FH) Monika Hinterdorfer, Gesundheitsmanagement

Mag. Dr. Konrad Breit, MBA, Unternehmensberater

Ing. Daniel Sturmair, MBA, Unternehmer, Vizebürgermeister

Ernst Prossinger, Physiotherapeut 

Gabriele Wimmer, Systemikerin in Kinder- und Jugendtherapie

Elterninitiativen Löwenmamas und Löwenpapas & Mutig für unsere Kinder 

Verein Familienallianz - Verein zur Unterstützung junger Menschen und Familien an werteorientiertem Leben in unserer Gesellschaft

Initiative Kinderschutz Vorarlberg 

Union Souveränität – überparteiliche Bürgerinitiative

Studenteninitiative Studenten stehen auf Österreich 

Katholischer Familienverband Kärnten 

[1] https://www.schulpsychologie.at/fileadmin/upload/psychologische_gesundheitsfoerderung/Sexualerziehung/Leitfaden_sexualpaedagogischen_Konzeptes.pdf

[2] z.B.“Give“: https://www.give.or.at/literaturtipp-trans-schueler_innen-best-practice-leitfaden-fuer-eine-transition-in-schule-und-ausbildung/

https://www.give.or.at/material/sexualerziehung-in-der-schule/

z.B.: “Jugendinfo“: https://www.jugendinfo.at/publikationen/erster-sex-und-grosse-liebe

z.B.: BZGA: https://shop.bzga.de/ueber-sexualitaet-reden-die-zeit-der-pubertaet-13660400/ z.B: ÖBV Schulbuchverlag, Schulstufe 5, https://www.oebv.at/flippingbook/9783209087881/40/, S.41

[3] https://cloud.phwien.ac.at/index.php/s/akEw6orE5xZ8CiL S.121,122

[4] https://www.oif.ac.at/fileadmin/user_upload/p_oif/andere_Publikationen/WHO-Standards_DE_Endfassung_11_10_2011pdf S. 42 ff

https://rdb.manz.at/document/rdb.tso.LIsundr20190103 

[5] https://www.schulpsychologie.at/fileadmin/upload/psychologische_gesundheitsfoerderung/Sexualerziehung/Leitfaden_sexualpaedagogischen_Konzeptes.pdf, S.10-12

[6] https://www.humanrights.ch/de/ipf/grundlagen/rechtsquellen-instrumente/aemr/artikel-26-aemr-recht-bildung-erziehungsziele-elternrecht

[7] z.B: https://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/A1062263819 (vgl. Kinder und Erwachsene unter Dusche) (Kindergarten NÖ)

z.B: JÖ Heft, 5.Schulstufe, S.6-9: https://files.jungoesterreich.at/eflip/joe-zoom-watermark-feb23/6/index.html

[8] https://www.kija-ooe.at/Mediendateien/Sexueller-Kindesmissbrauch_aktuell.pdf (S.6-7, 47)

[9] https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/gd/gss/nlp.html

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20230228_OTS0007/angebot-an-queerfacts-workshops-wird-ab-maerz-deutlich-erweitert

[10] Meyer-Ladewig, “EMRK Europäische Menschenrechtskonvention“ (4.Auflage) Handkommentar, Verlag Namos, 2017, S.775f, S.777

[11] https://kindergerecht.at/

[12] Etschenberg, Karla, Sexualpädagogik kritisch hinterfragt, Springer 2019



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