Verbot der Fallenjagd in Kärnten

Argus

/ #16 Re: # 13 Wozu sind die Tiere da? Um getötet zu werden?

2013-04-16 12:20

#14: - # 13

Lieber anonymer Gast,

ich antwortet Ihnen hier, weil Sie immerhin Ihren Extremsatz (daß die Tiere zum Getötetwerden auf der Welt seien) etwas eingeschränkt haben. So etwas ist ja nicht selbstverständlich, die meisten Menschen sehen eigene Irrwege des Denkens entweder überhaupt nicht ein oder sie geben es nicht offen zu.

Daß Sie zu Hause einen Hund haben, erleichtert unsere Kommunikation vielleicht auch noch zusätzlich ein bißchen, auch wenn ich Ihnen nun trotzdem in einigen wichtigen Punkten widersprechen muß:

1. Ich "glaube" nicht, wie Sie unterstellen, an die Existenz Außerirdischer, sondern habe deren (immerhin von der Wissenschaft für m ö g l i c h gehaltene) Existenz ja nur als ein theoretisches B e i s p i e l  verwendet, um Ihnen etwas klarzumachen.

2. Ihr Hund wäre keineswegs selbst schuld, wenn er in eine Totschlagsfalle geriete und dadurch schwer verletzt, verstümmelt oder getötet werden würde. – Warum? Weil Tiere eben keine Menschen sind und daher nicht wissen können, daß einige diese Sorte von Lebewesen heimtückische Fallen entwickelt haben und sie bedenkenlos benutzen. Nur Menschen können sich hinterhältige Pläne ausdenken, Tiere nicht. Tiere sind nicht schuldfähig, sondern abhängig von dem jeweiligen "Programm", das die Natur in Form von genetischer Steuerung in sie hineingelegt hat. Das gilt auch für Fallen, die die Natur selbst geschaffen hat (z.B. die "Venusfliegenfalle").

Nur der Mensch hat die Freiheit, sowohl böse oder gut (zu handeln (oder auch sich Schlimmem gegenüber gleichgültig zu verhalten). Nur der Mensch ist deswegen auch verantwortlich für sein Verhalten. Nur einem Menschen kann man also einen Schuldvorwurf machen. Wenn Ihr Hund in eine Falle tappt, mag sein Umherlaufen zwar (zusammen mit der Anbringung der Falle) die Ursache des Unglücks sein, aber er ist deswegen nicht daran schuld. Die Juristen haben es auf den Punkt gebracht: "Schuld heißt Vorwerfbarkeit". Da man Tieren wegen ihrer genetisch bedingten Unfreiheit des Verhaltens keine Vorwürfe machen kann, sind sie auch nicht schuldfähig.

3. Die Petition ist keineswegs übertrieben, sondern ist erfolgt, weil andere (weniger weitreichende) Mittel bisher nichts gebracht haben.

4. Selbst wenn es fast bei allen Forderungen immer welche gibt, die n o c h  wichtiger sein mögen, heißt das ja noch lange nicht, daß die in der Petition enthaltene Forderung  unwichtig ist. Für mehr Menschlichkeit zu plädieren ist auf jeden Fall immer wichtig!

Im übrigen würde eine Unterstützung dieser Petition Sie ja keineswegs daran hindern, auch andere (Ihnen wichtiger erscheinende) Forderungen zu unterstützen. Menschen sollten a l l es unterstützen, was wichtig ist, nicht nur das "Wichtigste".

Überlegen Sie doch mal bitte, was passieren würde, wenn wir nur für das Wichtigste sorgen würden, das wir zum Leben brauchen, also das Atmen. Dann würden wir verdursten. Und selbst wenn wir nun das Zweitwichtigste dazunehmen würden, also trinkbares Wasser, dann würden wir verhungern. Und wenn wir in unseren Zielkatalog nun auch das Drittwichtigste, ausreichende Nahrung einbeziehen würden, wäre auch das noch lange nicht ausreichend, denn "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein" – usw. usw.

Menschlichkeit, die Tiere nicht ausklammert, ist nicht nur grundlegend wichtig, sondern eines der Kennzeichen eines geistig aufgeklärten, sozialethisch eingestellten Menschen der Zukunft. Es sollte vor allem erst einmal uns Europäer miteinander verbinden. Da kann ich Ihnen am besten empfehlen, den Kommentar Nr. 1 zu einer anderen Petition zu lesen, deren LINK ich mal hierher setzen möchte:

http://www.petitionen24.com/europaweite_videouberwachung_an_schlachthofen_und_dokumentation

Darin ist eigentlich alles gesagt, was hier zu sagen ist.

Freundliche Grüße