Rigi: 800‘000 sind genug!

Verfasser der Petition kontaktieren

Rigi-Update

2020-07-26 16:19:31

Liebe Freundinnen und Freunde der Rigi 

2786 Personen  haben die 2. Rigi-Petition «Rigi: 800‘000 sind genug» unterzeichnet (Stand 26.7.20). Die Unterzeichnenden wehren sich u. a. gegen eine neue Gondelbahn zwischen Weggis und Rigi Kaltbad. Siehe den Bericht in der NZZ: "Die Hoffnung auf Chinesen und Inder lebt", Erich Aschwanden, NZZ, S. 12, 18.6.20.

Die neue Gondelbahn soll die heutige Pendelbahn mit ihren zwei Kabinen ersetzen und mit ihr können künftig die Transportkapazitäten massiv gesteigert werden. 

Wir sehen uns durch die neusten Entwicklungen in unserem Widerstand gegen das 25-Millionen-Franken-Projekt bestätigt, denn die Corona-Krise macht deutlich, dass es ein alternatives Tourismuskonzept für die Rigi braucht. Statt auf immer mehr Gruppentouristen aus Asien zu setzen, stehen wir auf der Rigi für einen Tourismus ein, der auf Naturerlebnis, die Kulinarik und Gesundheitsthemen setzt.  

Fakt ist leider, dass die RBAG, trotz Krise, gemäss eigenen Angaben den Umsatz von CHF 29,29 Mio. (2018) bzw. 28,97 Mio. (2019) auf CHF 35 Mio. bis 2024 steigern will. Das sind ca. +20%. Dieses unhaltbare Wachstumsziel mutet angesichts der weltweiten wirtschaftlichen Krise, welche insbesondere den globalen Tourismus sehr hart getroffen hat, völlig realitätsfremd an.  

Wir bitten Sie mit dem Unterschriftenbogen 12 weitere Personen für die Unterzeichnung zu gewinnen. Dafür danken wir herzlich. Die Petition läuft bis 31. Oktober 2020.  

Wir planen im September/Oktober eine weitere Unterschriftensammlung auf der Strasse rund um die Rigi, in Luzern, Zug und Zürich, je nach Corona-Umständen. Falls Sie einen halben Tag Zeit haben, würden wir uns freuen, wenn Sie sich zusammen mit den rund 15 Personen, die sich bereit erklärt haben Unterschriften zu sammeln, an diesem Halbtag für die Königin der Berge, die der Bevölkerung gehört, engagieren würden. Melden Sie sich in diesem Fall via E-Mail beim Initianten der Petition: rs at rene-stettler.ch Ganz herzlicher und grosser Dank zum Voraus.

Mit ganz herzlichen Rigi-Grüssen! 

René Stettler, Initiant der Petition 

Petitionskomitee "Rigi: 800'000 sind genug"
Werner Bätzing, emeritierter Professor für Kulturgeographie, Bamberg
Rolf E. Brönnimann, Präsident und Managing Partner, SH Swiss Hospitality Group AG, Hergiswil
Monica Chappuis-Speiser, Meggen
Seraina Gunzinger Morell, Zürich
Frieder Hiss, Architekt / Fachberater Landschaftsschutz, Luzern
Regula Kunz Bechtler und Ruedi Bechtler, Hotel Castell, Zuoz
Robert Schwere, Zahnarzt (Praxis Luzern von 1987 bis 2016)
Stanislaus von Moos, Kunsthistoriker, Zürich / Ennetbürgen

Aktuellste Informationen über unsere neue Webseite via: https://rigi-800000-sind-genug.ch


René Stettler

Rigi Bahnen: Fragwürdiges Protokoll der 28. Generalversammlung vom 14.5.20

2020-06-05 07:30:09

Liebe Freundinnen und Freunde der Rigi

Am 14.5.20 wurde anlässlich der Generalversammlung der Rigi Bahnen AG über die drei Anträge 

Neues Tourismuskonzept für die Rigi
Glaubwürdiges Marketing – Verzicht auf den globalen Billig-Tourismus
Gondelbahn – Verzicht auf den schonungslosen Eingriff in die geschützte Landschaft (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler, BLN 1606)

abgestimmt. Erwartungsgemäss wurden die 3 Anträge in der vom Verwaltungsrat organisierten Abstimmung deutlich abgelehnt. Trotz Ablehnung sind die mit den 3 Forderungen der 2. Rigi-Petition identischen Anträge aufgrund der gegenwärtigen Corona-Krise und deren Folgen aktueller denn je. 

Die Medienmitteilung von heute 5.6.20 nimmt u. a. zu folgenden Punkten Stellung: 

· Keine Transparenz beim Ertrag Reiseverkehr und bei Dumpingpreisen im Geschäftsjahr 2019
· VR und GL halten an der «Strategie 2020 – 2024» fest: Grosse finanzielle Risiken
· Stellungnahme von 8 Schutzverbänden zum Eingriff in die geschützte Landschaft (BLN 1606) und gegen den Bau der geplanten Gondelbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad wird ignoriert

Freundliche Rigi-Grüsse!

In alphabetischer Reihenfolge:

Antoinette Schmid, Rigi Kaltbad
René Stettler, Rigi Kaltbad
Peter Vock, Wohlen / Rigi Kaltbad
Ivo Voehringer, Weggis / Rigi Kaltbad


René Stettler

Leserbrief, LZ, 12. Mai 2020 - «Der Schutz der Biodiversität muss oberstes Ziel sein»

2020-05-13 07:58:30

PDF

Der Affront für viele Schweizer Rigi-Besucher ist, dass Pauschalreisende für ein Rigi-Gipfelerlebnis in der aktuellen «absolut ruinösen» Situation «Dumpingpreise von 10 bis 15 Franken» bezahlen. Dies bestätigte der CEO der Jungfraubahnen, Urs Kessler, auf SRF «10v10» am 13.12.18. Die Dumpingpreise, welche Tour Operators aus Asien und Übersee bezahlen, basieren auf einem Geschäftsmodell, das desaströs ist und auch ökologisch nicht mehr zu verantworten ist. 

Deshalb fordert die Bevölkerung mit der 2. Rigi-Petition ein glaubwürdiges Marketing und den Verzicht auf den globalen Billigtourismus. Darüber stimmen die Aktionäre der Rigi Bahnen an der Generalversammlung vom 14.5.20 ab. Von «(unerwünschten) Billigtouristen» haben wir nie gesprochen, wie Dr. jur. Thomas Ineichen dies im Leserbrief vom 9.5.20 in dieser Zeitung unterstellt.

Am 17.3.20 kritisierten der Landschaftsschutz Schweiz, Pro Natura Luzern, WWF LU-ZG-UW-UR, BirdLife Luzern, Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee, Innerschweizer Heimatschutz sowie die Pro Rigi den Bau der Gondelbahn und lehnten eine Beeinträchtigung «geschützter, seltener und sensibler Lebensräume» und des Weggiser Schutzwalds «strikt ab». Die über 2700 Unterzeichnenden der 2. Rigi-Petition stehen hinter der Kritik der Schutzverbände. Wir fordern, dass der Schutz der Biodiversität oberstes Ziel sein muss.

Persönlichkeiten wie Tony Reis und Emil Steinberger haben die Petition unterzeichnet. Diese fordert, dass vom schonungslosen Eingriff in die geschützte Landschaft abzusehen ist. Denn der Bau einer Gondelbahn mit 11 Masten hat eine vom Vierwaldstättersee aus gut sichtbare «Wöschhänki» zur Folge. Neben dem Schutz der Landschaft geht es um den Schutz der Natur bzw. die drohende Beschädigung des Weggiser Chilewalds. Die Unterstellung, dass es bei der von breiten Bevölkerungskreisen getragenen Kritik «eher um oder gegen die Organe der Bahngesellschaft geht», entbehrt jeglicher Grundlage und zielt ins Leere.

Dr. phil. René Stettler, Rigi Kaltbad


René Stettler

Stellungnahme zu den Antworten des Verwaltungsrats der Rigi Bahnen AG vom 22. April 2020 auf 3 Anträge zuhanden der Generalversammlung vom 14. Mai 2020 (ohne Anwesenheit der Aktionärinnen und Aktionäre) - Lesezeit 4 Minuten

2020-04-30 06:56:55

„Dumpingpreise auf Rigi kritisiert“, Luzerner Zeitung, S. 25, 30.4.20
„Rigi-Petitionäre kritisieren Dumpingpreise für Asiaten und Eingriff in die Landschaft scharf“, Niels Jost, Luzerner Zeitung online, 29.4.20
PDF Stellungnahme zu den Antworten des Verwaltungsrats der Rigi Bahnen AG vom 22. April 2020 auf 3 Anträge zuhanden der Generalversammlung vom 14. Mai 2020 (ohne Anwesenheit der Aktionärinnen und Aktionäre), Medienmitteilung, 28.4.20

Liebe Freundinnen und Freunde der Rigi

Die Petition «Rigi: 800’000 sind genug!» fordert vom Verwaltungsrat (VR) der Rigi Bahnen AG, das wiederholt von der Bevölkerung kritisierte ungebremste Wachstum infrage zu stellen und sich für eine Begrenzung der Zahl der Fahrten / Passagiere sowie die Aufwertung der Natur- und Landschaftsressourcen einzusetzen.

Am 22.4.20 hat der VR entschieden unsere Anträge unter dem Traktandum «Langfristige nachhaltige Entwicklung des Tourismus auf der Rigi» an die Generalversammlung (GV) vom 14.5.20, ohne Anwesenheit der Aktionärinnen und Aktionäre, zuzulassen.

Leider plant der Verwaltungsrat unserer Gesellschaft unbeirrt an der Erhöhung der Transportkapazitäten und der Attraktivierung der Rigi weiter. Dies in einer globalen Krise mit gravierenden schwer abschätzbaren Folgen und mit dem Ziel die am Tropf des internationalen Pauschaltourismus hängende Wachstumsstrategie weder aufzugeben, geschweige denn zu hinterfragen. 

Intakte Natur und Landschaft der Rigi 

Die 3 Anträge sind im Interesse aller Aktionärinnen und Aktionäre der RBAG, denen eine ressourcenschonende und ökonomisch-nachhaltige Entwicklung der Königin der Berge ein Anliegen ist. Damit verbunden ist die von uns geforderte Diskussion der Kernargumente von zwei Rigi-Petitionen mit über 5700 Unterzeichnenden. Für diese ist die weitere Erschliessung, Übernutzung und Kommerzialisierung der Rigi sowie die Schädigung des Landschaftsbilds und der Biodiversität nicht tolerierbar. Den Rigi-Petitionsunterzeichnenden stehen etwa gleich viele Aktionärinnen und Aktionäre unserer Gesellschaft gegenüber. Entscheidend für die bevorstehende GV-Debatte über die touristische Zukunft der Rigi sind also mehrere Tausend Kleinaktionärinnen und -aktionäre, denen «ihre Rigi» alles bedeutet, weil sie die Königin der Berge seit Generationen schätzen und lieben. 

Zum Antrag 1 «Neues Tourismuskonzept für die Rigi» schreibt der VR – Zitat:
«Der Verwaltungsrat hat sich im Jahr 2019 zusammen mit der Geschäftsleitung intensiv mit der Strategie 2020 - 2024 der RIGI BAHNEN AG befasst und diese unter dem Titel: «Qualität schafft Mehrwert» verabschiedet. Qualität schafft Mehrwert als Credo, und nicht ein unbegrenztes Wachstum der Frequenzen». 

Unsere Stellungnahme
Die Strategie der RBAG hat in den vergangenen Jahren alles auf die Karte Quantität gesetzt: Marcel Waldis, Finanzchef seit 2008 und CEO a. i. der RBAG, hat sich im Interview «Rigi verträgt mehr als eine Million Gäste» (Luzerner Zeitung, 30.9.19) zur ungebremsten Wachstumsstrategie des Unternehmens geäussert und breite Bevölkerungskreise, die die Rigi als Naherholungsdestination sehr schätzen, vor den Kopf gestossen.

Fakt ist, dass unsere Gesellschaft gemäss eigenen Angaben den Umsatz von CHF 29,29 Mio. (2018) bzw. 28,97 Mio. (2019) auf CHF 35 Mio. bis 2024 steigern will (Slide aus PP unten, Info-Veranstaltung der RBAG, 11.12.19, Weggis; Quelle: rigi-projekte.ch). Das sind ca. +20%! Der neue Slogan des VR «Qualität schafft Mehrwert» ist eine inhaltsleere Marketingfloskel, die nicht mehr in unsere Zeit – insbesondere nach der Corona-Krise – passt. Wir fordern deshalb vom VR: 

- dass er angesichts der sich dramatisch zuspitzenden Umwelt- und Klimakrise konsequent auf langfristige umweltschonende Nutzung setzt und die Besucherzahlen deckelt, um eine ressourcenschonende Bewirtschaftung bei allen touristischen Aktivitäten zu ermöglichen.

- dass er freiwillig eine Wachstumsbeschränkung einführt bzw. die drei Anträge noch heute umsetzt und auf über den Preis kontrollierte Qualität fokussiert, welche den Wert der Königin der Berge repräsentiert. Für die Bevölkerung und die Aktionäre der RBAG ist der nicht mehr länger akzeptable Affront, dass Pauschalreisende für ein Rigi-Gipfelerlebnis gemäss Urs Kessler, CEO der Jungfraubahnen, in der aktuellen «absolut ruinösen» Situation «Dumpingpreise von 10 bis 15 Franken» bezahlen («Das Seilziehen der Seilbahnen», SRF, «10vor10», 13.12.18). Das gleiche Erlebnis kostet mit einem Halbtax-Abo CHF 36.00 und zum vollen Preis CHF 72.00! 

Zum Antrag 2 «Glaubwürdiges Marketing – Verzicht auf den globalen Billig-Tourismus» schreibt der VR – Zitat:
«Auch wenn in gewissen Kreisen immer wieder vom Billig-Tourismus am Berg gesprochen wird, die Fakten widerlegen diese Behauptung. Ist doch der Durchschnittsertrag je Gast und Fahrt auf die Rigi in den letzten Jahren stetig gestiegen. So auch im Jahr 2019 wieder um 2.5%. Seit der Einführung der GA-Akzeptanz im Jahr 2010 stieg der Durchschnittsertrag je Gast und Fahrt um knapp 30%».  

Unsere Stellungnahme
Mit diesen Aussagen streut der VR unserer Gesellschaft Sand in die Augen der Aktionärinnen und Aktionäre und sie zeigen, dass dem VR Vertrauen und Glaubwürdigkeit auch gegenüber der Öffentlichkeit unwichtig sind. Das ist erschütternd. Fakt ist, dass der Ertrag von «zirka 30 Franken» pro Gast und Fahrt wie Marcel Waldis, Finanzchef der RBAG, im Interview mit der Luzerner Zeitung (30.9.19) darlegt, bei 1,87 Mio. Frequenzen im Jahr 2019 (935’000 Reisende) CHF 24.30 betrug. Der durchschnittliche Ticketertrag pro Gast und Fahrt stieg zudem seit 2010 nicht um «knapp 30%», sondern massiv weniger – nämlich ca. 19%! Seit 2018 ist der Ticketertrag pro Gast und Fahrt – trotz jährlichen Millionengewinnen – zudem gesunken! Dies ist mit den Reiseverkehrserträgen in den Jahresrechnungen unserer Gesellschaft bzw. den ausgewiesenen Frequenzen klar belegt. 

Es ist offensichtlich, dass die RBAG eine ruinöse global ausgerichtete Volumenstrategie mit einem entsprechend tiefen Durchschnittsertrag pro Gast fährt. Das bestätigen auch Kenner der Branche. Vergünstigungen (GA, Swiss Travel Pass, Gruppenermässigungen etc.) werden bei der RBAG zwar «kritisch hinterfragt» (Marcel Waldis, Luzerner Zeitung, 30.9.19). Man ist jedoch weit davon entfernt, den wirklichen Wert des Rigi-Erlebnisses an eine gezielte Gestaltung der Ticketpreise bzw. einen ressourcenschonenden und die Naturwerte der Rigi ins Zentrum stellenden Qualitätstourismus, der diese Bezeichnung verdient, zu knüpfen.

Die Zeit dafür ist jetzt gekommen. 

Der VR muss zur Kenntnis nehmen: Die bedenkliche Querfinanzierung mittels ungebremster Steigerung der Frequenzen der Pauschalreisenden ist ein Affront für alle Individualgäste, die einen substanziell höheren Preis pro Fahrt auf die Rigi bezahlen. Denn:

- Die Dumpingpreise, welche die Tour Operators bzw. die Gäste aus Asien / Übersee heute bezahlen, basieren auf einem Geschäftsmodell, das desaströs und ökologisch nicht mehr zu verantworten ist: Zwei Fünftel (womöglich gar 50%!) der 935’000 Reisenden im Jahr 2019 wurden über flächendeckendes globales Marketing bzw. Dumpingpreise auf die Rigi gelockt!

- Wegen der fragwürdigen Preispolitik – u. a. der Rigi Bahnen – gab es beim Bundesamt für Verkehr (BAV) in den Jahren 2018 / 19 einen hässlichen Rechtsstreit (Quelle: SRF, «10vor10», 13.12.18) wegen ausländischen Touristen, die den Swiss Travel Pass kaufen und – im Gegensatz zu den Schweizer Gästen mit Halbtax-Abo – zum Nulltarif reisen. Dies ist ein klares Indiz für die folgenschwere Kurzsichtigkeit von einigen Schweizer Bergbahnunternehmen. Diese haben bis zur Corona-Krise ihre ruinösen auf Volumen ausgerichteten Geschäftsmodelle für den einzig gangbaren Weg gehalten. Solange die Touristenströme aus Asien ungebremst angestiegen sind, ist diese Strategie auch für die RBAG aufgegangen. Das abrupt wegen der Corona-Krise zusammengebrochene Wachstum zeigt nun wie verantwortungslos die Strategie ist.  

Zum Antrag 3 «Gondelbahn – Verzicht auf den schonungslosen Eingriff in die geschützte Landschaft (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler, BLN 1606)» schreibt der VR – Zitat:
«Die Planungsarbeiten wurden in einer engen Zusammenarbeit mit den Behörden von Gemeinde, Kanton und Bund geleistet, ein intensiver Austausch mit den Landschafts-, Umwelt- und Naturschutzorganisationen fand auf einer professionellen Ebene statt». (…)
«Der Bericht der ENHK würdigt das Gondelbahnprojekt positiv und erachtet dieses in einer Gesamtsicht sogar als punktuelle Verbesserung gegenüber der bestehenden Luftseilbahn».

Unsere Stellungnahme
Beim Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) vom 13.12.19 handelt es sich um eine Umweltverträglichkeitsbericht-Voruntersuchung. Schutzverbände wie die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL), Pro Natura Luzern, WWF LU-ZG-UW-UR, BirdLife Luzern, der Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee (LSVV), der Innerschweizer Heimatschutz (IHS) sowie die Pro Rigi äusserten sich am 17.3.20 öffentlich kritisch zur geplanten Gondelbahn und kommen u. a. zum Schluss, dass die ständig wahrgenommene Bewegung der Gondelfahrzeuge zu einer Beeinträchtigung des Landschaftsbilds führt. Die Verbände kritisieren zudem, dass der Weggiser Schutzwald in der Bau- und Betriebsphase von der Gondelbahn beeinträchtigt werden soll. Sie lehnen eine Beeinträchtigung «geschützter, seltener und sensibler Lebensräume strikt ab» («Umweltverbände kritisieren Gutachten zu Rigi-Gondelbahn», htr.ch, 17.3.20). 

Dass sich gleich 8 Organisationen zum zerstörerischen Landschaftseingriff in die geschützte Rigi-Südflanke negativ äussern, ist für den Schweizer Landschafts- und Naturschutz ein Novum.

Das Gondelbahnprojekt der RBAG ist überhaupt noch nicht in Stein gemeisselt! Im Gegenteil: Es droht eine langwieriger Rechtsstreit. Dafür verantwortlich ist allein der VR unserer Gesellschaft, der die Schutzverbände und die Öffentlichkeit nicht transparent informiert. Der VR unserer Gesellschaft hält stur an seinen Wachstumsplänen sowie einer unhaltbaren Volumenstrategie fest. Zudem drohen wegen dem Gondelbahnprojekt die Zerstörung des Schutzwaldes an der Rigi-Südflanke (BLN 1606) – und als Folge für die öffentliche Hand hohe Folgekosten für Schutzbauten (Ersatzmassnahmen). Ob die Weggiserinnen und Weggiser aus Kostengründen an weiteren teuren Steinschlagschutzbauten interessiert sind, ist zu bezweifeln.
 

Die Antragsteller in alphabetischer Reihenfolge:

Antoinette Schmid, Rigi Kaltbad
René Stettler, Rigi Kaltbad
Peter Vock, Wohlen / Rigi Kaltbad
Ivo Voehringer, Weggis / Rigi Kaltbad 

eingetragene Aktionärin / Aktionäre der RBAG. 

Slide aus PP, Info-Veranstaltung der RBAG, 11.12.19, Weggis; Quelle: rigi-projekte.ch):

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René Stettler

Update Rigi – Geplante Gondelbahn: Stellungnahme zum ENHK-Gutachten – Umweltverbände gehen auf die Barrikaden – Petition: Laufzeit neu bis 31. Oktober 2020 (2462 Unterzeichnende, Stand 29.3.20)

2020-03-29 07:18:26

Liebe Freundinnen und Freunde der Rigi

Es ist mir bewusst, dass Sie angesichts der andauernden Coronakrise im Moment den Fokus auf Themen in Ihrem Alltag legen müssen, die für viele sehr ungewohnt sind. Ich fasse mich deshalb kurz und wünsche Ihnen in der gegebenen Situation Mut und Gelassenheit, aber auch viel Gesundheit.

Die nachstehenden Informationen sind wichtig für die Einwohnerinnen und Einwohner von Weggis und Rigi Kaltbad sowie die ganze Bevölkerung.

Das Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) war für viele eine grosse Enttäuschung, weil von der ENHK ein klares Statement zum Schutz der landschaftlich einmaligen Rigi-Südflanke (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler 1606 Vierwaldstättersee, BLN) sowie eine dezidierte Stellungnahme zur eminent wichtigen Funktion des Weggiser Schutzwalds (Chilewald) erwartet wurde.

Unsere Stellungnahme vom 27. März 2020 zum ENHK-Gutachten beinhaltet 13 Punkte, von denen 5 besonders brisant sind:

· Im ENHK-Gutachten ist nicht lesbar, ob der Zunahme der Naturgefahren im Weggiser Chilewald und für die Bewohner von Weggis Rechnung getragen wurde.
· Das ENHK-Gutachten zeigt, dass die erforderliche Waldschneisenbreite für den Bau einer Gondelbahn nicht geprüft wurde.
· Das ENHK-Gutachten bestätigt, dass Rodungen im Weggiser Chilewald erforderlich sind, erwähnt aber die reduzierte Steinschlag-Schutzwirkung nicht.
· Das ENHK-Gutachten basiert auf einer irreführenden Aussensicht auf die Rigi-Südflanke und verharmlost die Landschaftsverschandelung durch den 75 Meter hohen Masten 7 auf der Müseralp.
· Das ENHK-Gutachten macht irreführende Angaben bei der Begründung des Systemwechsels von der Pendel- zur Gondelbahn.

Stellungnahme vom 27. März 2020 zum ENHK-Gutachten (PDF)

Umweltverbände gehen auf die Barrikaden

Für landschaftliche Eingriffe in Schutzgebiete, wie für die geplante Gondelbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad, die zulasten von Natur und Umwelt gehen, ist die Zeit abgelaufen.

Verschiedene Umweltverbände kritisieren das ENHK-Gutachten und nehmen dezidiert Stellung. Sie äusserten sich am 17. März 2020 in einer Mitteilung zum Vorhaben der Rigi Bahnen AG, die heutige Seilbahn durch eine Gondelbahn zu ersetzen, im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens zur Teilrevision der Nutzungsplanung. Die vertretenen Schutzverbände sind die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL), Pro Natura Luzern, WWF LU-ZG-UW-UR, BirdLife Luzern, der Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee (LSVV), der Innerschweizer Heimatschutz (IHS), sowie die Pro Rigi.

Die Schutzverbände kommen u. a. zum Schluss, dass die ständig wahrgenommene Bewegung der Kabinen der geplanten Gondelbahn zu einer Beeinträchtigung des Landschaftsbilds führt. Eine Gondelbahn sei aufgrund der Vielzahl der Masten und der Höhe des Müseralp-Mastens mit über 70 Metern Höhe markant besser sichtbar als die heutige Pendelbahn.

Umweltverbände kritisieren Gutachten zu Rigi-Gondelbahn, htr.ch, hotel revue, 17.3.20 (PDF)

Verlängerung der laufenden Rigi-Petition

Die Petition “Rigi: 800’000 sind genug!”, die von 56 Erstunterzeichnenden aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Bevölkerung signiert worden ist und bis heute 2462 Unterschriften generiert hat, läuft neu bis zum 31. Oktober 2020. Die Unterzeichnenden verlangen u. a., dass vom drohenden Landschaftseingriff durch den Bau einer Gondelbahn mit 11 Masten (“Wöschhänki”), der das geschützte und einzigartige BLN-Gebiet 1606 an der Rigi-Südflanke zerstört, abzusehen ist.

Wir danken für die Verbreitung dieser Mitteilung an Interessierte sowie Personen Ihres Netzwerks! Besser noch: Sammeln Sie 12 Unterschriften in Ihrem persönlichen Umfeld. Hier geht es zum Unterschriftenbogen

Aktualisierte Informationen erhalten Sie über unsere neue Webseite https://rigi-800000-sind-genug.ch

Mit herzlichen Rigi-Grüssen und bleiben Sie gesund 

René Stettler

Die Gemeinde Weggis aus Sicht der Rigi-Pendelbahn.
Bild: Patrick Hürlimann, 9.2.20

weggis_pendelbahn.jpg


René Stettler

Laufende Petition «Rigi: 800'000 sind genug!» über 2200 Unterzeichnende! / ENHK-Gutachten / Korrigendum

2020-03-08 13:42:14

Liebe Freundinnen und Freunde der Rigi

Vor zwei Wochen haben wir unsere eigene Webseite aufgeschaltet. Sie ist über den Link https://rigi-800000-sind-genug.ch einsehbar und trägt den gleichnamigen Titel der laufenden Petition «Rigi: 800’000 sind genug!», die von 55 Erstunterzeichnenden aus Politik, Wirtschaft und Kultur signiert worden ist.

Inzwischen wurde die Petition von über 2200 Personen unterzeichnet! Das ist ein klares Zeichen der Bevölkerung, dass man mit der aktuellen touristischen Entwicklung und dem Massentourismus auf der Rigi nicht einverstanden ist. Der Verwaltungsrat der Rigi Bahnen AG ist aufgefordert, eine Kurskorrektur vorzunehmen und das globale Marketing, welches primär auf den Pauschaltourismus aus Asien ausgerichtet ist, sofort zu ändern.

Unsere neue Webseite stellt aktuelle Informationen zum Stand der touristischen Entwicklung der Rigi zur Verfügung, insbesondere:

den von den Rigi Bahnen geplanten Projekten
der Bewahrung der natürlichen Ressourcen
aktuelle Themen wie Overtourism, Klimawandel
und nachhaltige Entwicklung

Ausgewählte Medienberichte und -informationen zu allen Themen werden kontinuierlich veröffentlicht und bieten Lesenden Hintergrundwissen.  

Das sehr schöne Bildmaterial wurde  u. a. von Doris Mühle und Antoinette Schmid, Rigi Kaltbad, zur Verfügung gestellt. Wir danken herzlich für die herausragenden Bilder von unserer Rigi, die zeigen wie kostbar und einmalig das Stück Natur ist, das der Bevölkerung gehört.

ENHK-Gutachten – grosse Enttäuschung 

Erst am 11. Februar 2020 – einen Monat nach Erhalt – publizierten die Rigi Bahnen das brisante ENHK-Gutachten (Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission), das sich zum Landschaftseingriff für den Bau einer Gondelbahn an der Rigi-Südflanke äussert.

Das Gutachten ist eine grosse Enttäuschung für alle, die von der ENHK ein klares Statement zum Schutz der landschaftlich einmaligen Rigi-Südflanke (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler 1606 Vierwaldstättersee, BLN) sowie eine dezidierte Stellungnahme zur eminent wichtigen Funktion des Weggiser Schutzwalds (Chilewald) erwartet haben.

PDF Gutachten der ENHK – Ersatz Pendelbahn Weggis – Rigi Kaltbad, UVB-Voruntersuchung mit Pflichtenheft für die Hauptuntersuchung, Gemeinde Weggis LU 

Eine Stellungnahme zum Gutachten erfolgt demnächst auf der neuen Petitionswebseite via: https://rigi-800000-sind-genug.ch/argumente-gegen-gondelbahn/

Zum aktuellen Stand der Berichterstattung zum ENHK-Gutachten verweisen wir auf den Bericht "Gondelbahn-Gutachten glättet die Wogen nicht" von Matthias Niederberger, Freier Schweizer, Nr. 13, 18.2.20.

Korrigendum

In unserer letzten Mitteilung haben wir fälschlicherweise berichtet, dass die Stützen 9a/9b der geplanten Gondelbahn unterhalb von Rigi Kaltbad in einer Quellschutzzone liegen. Für diese Meldung entschuldigen wir uns. Es ist die Stütze 11 der geplanten Gondelbahn (Bild unten) – die letzte Stütze vor der Bergstation – die in einer Quellschutzzone liegt.

Herzliche Grüsse von der Rigi

René Stettler, Kulturwissenschaftler, Rigi Kaltbad
Initiant der 2017 und 2019 lancierten Petitionen “Nein! zu Rigi-Disney-World” (3106 Unterzeichnende)
und “Rigi: 800'000 sind genug!” (2222 Unterzeichnende, Stand 8.3.20)

Standort Stütze 11: blau gestrichelte Fläche im Kartenausschnitt unten; Visualisierung: René Stettler, 2020.


quellschutzzone_stuetze1_zonenplan_weggis1.jpg

 


René Stettler

Die neusten skandalösen Fakten und ökologischen Unwägbarkeiten zur geplanten Weggiser Gondelbahn (Lesezeit 4 Minuten)

2020-02-11 08:25:55

Medientext (11.2.20) herunterladbar über diesen Link. Wir danken für die Verbreitung über Ihre Netzwerke!

Am 31.1.20 erschien ein Bericht in der Vitznauer Wochen-Zeitung des vormaligen Leiters Schutzwald, Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern, Silvio Covi: “Chilewald: Wichtiger Schutzwald für Weggis”. Der Waldexperte warnt vor einer drohenden Waldschneise und Steinschlaggefahr. Die Tatsache, dass sich eine frühere Fachperson der kantonalen Verwaltung, die letztlich auch Beurteilungsinstanz der geplanten Gondelbahn ist, öffentlich und mit plausiblen Argumenten für den Schutz des Walds an der Rigi-Südflanke, engagiert, unterstützt u. a. die Anliegen der Petition “Rigi: 800'000 sind genug!”. Diese wurde inzwischen von über 2000 Personen unterzeichnet und fordert von den Rigi Bahnen vom schonungslosen Eingriff in die geschützte Landschaft (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler 1606 Vierwaldstättersee) für den Bau einer Gondelbahn mit 11 Masten abzusehen. Eine Gondelbahn verschandelt das Landschaftsbild aufs Gröbste – und hat eine vom Vierwaldstättersee aus gut sichtbare “Wöschhänki” am Rigi-Südhang zur Folge.

Fundamenterstellung Stützen und Rodungsumfang 

Anlässlich der Infoveranstaltung der Rigi Bahnen vom 11.12.19 in Weggis wurde von einem Einwohner die Frage der erforderlichen Rodungs- und Baustellenflächen aufgeworfen. Die Rigi Bahnen verwiesen darauf, dass diese erst in der nächsten Planungsphase geprüft werden. Gemäss Ingenieurswissen braucht eine Gondelbahnstütze von ca. 38 Metern Höhe je nach Bodenbeschaffenheit eine Fundament-Plattengrösse von ca. 10 x 10 Metern. Um ein Fundament von dieser Grösse zu bauen, braucht es eine Rodungsfläche von ca. 20 x 20 Metern! Will man den äusseren Rand des Fundaments wieder mit hochstämmigen Bäumen bepflanzen, braucht es eine Erdreichüberdeckung von 3 bis 4 Metern. Wer die geologische Situation vor Ort im Weggiser Chilewald kennt, schätzt diese Vorhaben als unverhältnismässig ein. Die Rodungsfläche wird in jedem Fall 3 bis 4 Mal grösser sein, als in der Luzerner Zeitung (30.11.19) vom Weggiser Gemeindepräsident Roger Dähler behauptet wurde.

Weitere Stützen am oberen Rand des Chilewalds reduzieren den Gefahrenschutz

Ca. 50 Meter unterhalb der heutigen Pendelbahnstütze an der Geländekante vor der Müseralp sind zudem zwei weitere ca. 10 Meter hohe Stützen geplant. Dort stehen heute ca. 15 Meter hohe Tannen. Somit würde auch dort über viele Meter der heute vorhandene natürliche Gefahrenschutz tangiert.

Notwendiger Steinschlagschutz und weitere Rodungen

Oberhalb der geplanten, ca. 45 Meter hohen Stütze 4, die mitten im Chilewald zu stehen kommt, besteht Steinschlaggefahr wie auch im gesamten Chilewald. Das braucht man keiner in Weggis wohnhaften Person zu erklären. Als Konsequenz wurden in den vergangenen zwei Jahren oberhalb von Weggis am Fuss des Chilewalds Schutzdämme gebaut. Die projektierte Stütze 4 muss ebenfalls gegen Steinschlaggefahr geschützt werden. Je nach Art des Schutzes braucht es also weitere Rodungen sowie Bautätigkeit. Auch bei der neuen Seilbahn ab Chräbel nach Rigi Scheidegg musste ein nicht geplanter Steinschlagschutz gebaut werden, was unerwartet exorbitante Mehrkosten verursachte.

Baustellenerschliessung

Für alle Bautätigkeiten, von der Rodung bis zur Baugrubeneinfüllung, braucht es eine Baustellenerschliessung für Güter und das Baupersonal. Eine Baupiste im Chilewald kann infolge Verstärkung der Naturgefahren ausgeschlossen werden. So bleibt noch die Variante, die Transporte mit einer Bauseilbahn oder dem Helikopter auszuführen. Seilbahnen – auch die heutige Pendelbahn – dürfen vom Helikopter nicht unterflogen werden. Wird die Variante Helikoptertransport gewählt, müssen bei der heutigen Pendelbahn zuerst die Seile demontiert werden. Diese Transportvariante ergibt für Weggis, je nach Wetterlage, 3 bis 5 Monate Helikopterfluglärm und verlängert die Bauzeit um mindestens ein halbes Jahr. Diese täglich enormen Lärm verursachende Variante hat auch sehr negative Konsequenzen für das vom Tourismus lebende Dorf Weggis. Wird eine temporäre Bauseilbahn gebaut, so sind eine weitere Waldschneise und Rodungen erforderlich.

Vergleich mit der Gondelbahn Schmitten, Zell am See – Kaprun und eingeschränkte Betriebsverfügbarkeit wegen Wind

Die von Doppelmayr/Garaventa 2019 gebaute Gondelbahn Schmitten im österreichischen Zell am See wurde in eine der Rigi-Südflanke (Bild 1) sehr ähnelnde Hanglage gebaut (Bild 2) und kann deshalb für den Vergleich mit der Gondelbahn an der Rigi herangezogen werden. Beide Hanglagen sind steil und unwegsam. Für den Bau dieser Bahn waren sehr hohe Stützen und eine sehr breite Schneise nötig (Bild 3), um die sichere Bergung von Menschen aus den Kabinen zu gewährleisten. Eine Schneise wird von den Rigi Bahnen wiederholt kleingeredet. Erwartet wird jedoch öffentliche Transparenz – u. a. bei der Weggiser Einwohnerschaft – und kein Verweis auf die “nächste Planungsphase”. Immerhin haben die Rigi Bahnen an der Info-Veranstaltung vom 11.12.19 mehrmals darauf hingewiesen, dass mit einer Gondelbahn die Betriebsverfügbarkeit eingeschränkt ist. Denn weniger Stützen ergeben längere Seilfelder (Distanz zwischen den Stützen) und deswegen wird auch die Betriebsverfügbarkeit (Betriebszeit) infolge Wind herabgesetzt. Es dürfte also noch viel öfter als dies schon heute wegen häufig auftretendem Sturmwind der Fall ist (u. a. schon bei leichtem Föhn) zu Betriebsstillständen kommen.

Bauliche Eingriffe in eine Quellwasserfassung mit unabsehbaren Konsequenzen

Die Fundamente der geplanten Stützen 9a und 9b (Bild 4) unterhalb von Rigi Kaltbad, seitlich des Spielplatzes “Rigiland”, kommen in eine hochsensible und geschützte Quellwasserfassungszone zu stehen. Eine weitere Stütze soll auf das private Grundstück 559 bzw. an den Rand des geschützten und bei Kindern und Erwachsenen beliebten Naturbiotops, das den Spielplatz heute bereichert, gebaut werden. Die Konsequenz ist, dass Mikrovibrationen im Boden, die von den Seilbahnrollen verursacht werden, Kleinstlebewesen im Umfeld der Stütze und jene des Biotops verscheuchen.

Fazit: Die schon heute bemerkbaren Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung, das Corona-Virus und viele andere Aspekte der Globalisierung machen klar, dass wir in einer komplexen und vernetzten Welt leben. Für Unternehmen wie die Rigi Bahnen bedeutet das, dass sie sich anpassen müssen. Ein nachhaltiges Unternehmen engagiert sich heute für einen ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt und nicht für mehr Wachstum, das im Fall der RBAG für die kommenden 4 Jahre schon heute genau beziffert ist. Die RBAG will gemäss eigenen Angaben den Umsatz von CHF 29,30 Mio. (2018) auf CHF 35 Mio. bis 2024 steigern. Das sind + 20%! Für die Rigi bedeutet das ein Desaster zulasten der Umwelt und lässt wenig Gutes erahnen, denn die geplante Gondelbahn, die die Umsätze mitsteigern soll, birgt zahllose ökologische Unwägbarkeiten. Mit der Erneuerung der bestehenden Pendelbahn würde die RBAG an der Rigi ein positives Zeichen setzen, das weit über die Schweiz hinaus als Engagement für die nachhaltige Zukunft eines alpinen Symbolbergs verstanden würde.

René Stettler, Kulturwissenschaftler, Rigi Kaltbad
Initiant der 2017 und 2019 lancierten Petitionen “Nein! zu Rigi-Disney-World” (3106 Unterzeichnende) und “Rigi: 800'000 sind genug!” (2024 Unterzeichnende; Stand 10.2.20)

Johannes Alt, Weggis; Dorly Frei, Rigi Kaltbad; Berhard Glaninger, Weggis; Richard Maurer, Weggis; Agnes und Brian Millington, Weggis; Georges Riedweg, Weggis; Rosemary und Gustaaf Smeets, Weggis; Markus Waldis, Weggis; Max Ulrich, Rigi Kaltbad.


Bilder 1 – 4
 

Bild 1: Chilewald, heutige Pendelbahn Weggis - Rigi Kaltbad (Photo: Antoinette Schmid, Rigi Kaltbad)

Bild 2: Talstation der Gondelbahn Schmitten, Zell am See – Kaprun mit Waldschneise (Photo, Ausschnitt: © Schmittenhöhebahn AG, 2019)

Bild 3: Waldschneise ob der Talstation der Gondelbahn Schmitten, Zell am See – Kaprun (Photo, Ausschnitt: © Schmittenhöhebahn AG, 2019)

Bild 4: Geplanter Eingriff (Stützen 9a und 9b der Gondelbahn) in eine geschützte Quellwasserfassungszone beim Masten 2 der heutigen Pendelbahn (Graphik: René Stettler, 2020)

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René Stettler

Der Schutzwald ob Weggis ist durch die geplante Gondelbahn hochgradig gefährdet

2020-02-02 08:54:48

Liebe Freundinnen und Freunde der Rigi 

Wir möchten Sie über den Stand der Dinge in Sachen Gondelbahn und ENHK-Gutachten (Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission) informieren. Der Gemeinderat von Weggis schweigt nach wie vor zum ENHK-Gutachten, obschon er im öffentlichen Brief (Wochen-Zeitung, 10.1.20) gebeten worden ist, dieses auf der Webseite in seiner ganzen Länge zu publizieren. Am 14. Januar 2020 berichtete die NZZ über den Stand der Gondelbahnplanung: Die neue Gondelbahn an der Rigi schürt die Angst vor Overtourism - Anwohner verlangen die sofortige Veröffentlichung eines brisanten Gutachtens

Am letzten Freitag, 31.1.20, erschien ein Bericht in der Vitznauer Wochen-Zeitung des vormaligen Leiters Schutzwald, Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern, Silvio Covi: "Chilewald: Wichtiger Schutzwald für Weggis". Die Tatsache, dass sich eine frühere Fachperson der kantonalen Verwaltung, die letztlich auch Beurteilungsinstanz der geplanten Gondelbahn ist, mit plausiblen Argumenten und öffentlich für den Schutz des Walds an der Rigi-Südflanke engagiert, unterstützt u. a. die Anliegen der Petition “Rigi: 800'000 sind genug!”. Fast 1900 Personen haben diese inzwischen unterzeichnet.

Wiederholt haben wir unserer Besorgnis betr. dem von den Rigi Bahnen stets heruntergespielten Eingriff in die Landschaft an der Rigi-Südflanke bzw. den Weggiser "Chilewald" Ausdruck verliehen. Der Bericht von Silvio Covi bestätigt nun, dass die wichtige Funktion des Schutzwalds für Weggis durch den Bau einer Gondelbahn mit 11 Masten massiv beeinträchtigt wird. Bei zwei Masten handelt es sich gar um scheusslich aussehende Doppelmasten; also sind es insgesamt 13 Masten, die die geschützte Landschaft verschandeln. 

Wir möchten wiederholen, dass die aufgrund unseres Drucks, entstandene "Charta Rigi 2030" leider nur allgemeinen Leitbild-Charakter hat. Der versprochene Plan zur Entwicklung von Projekten, unter demokratischer Mitwirkung, fehlt. Und die zur Diskussion gestellte Obergrenze von Rigi-Besuchern wurde nicht geführt.

Wir bitten Sie deshalb nochmals, im Interesse der Rigi, die Petition in Ihrem Netzwerk zu verbreiten. Der Ruf, dass die Rigi der Bevölkerung gehört, soll nicht verhallen! Wir bitten Sie mit dem Unterschriftenbogen 12 weitere Personen für die Unterzeichnung zu gewinnen. Dafür danken wir herzlich. Die Petition läuft bis zum 30. April 2020. 

Mit ganz herzlichen Rigi-Grüssen! 

René Stettler, Initiant der Petition
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René Stettler

Offener Brief an den Gemeinderat von Weggis, 10.1.20 - Publikation des ENHK-Gutachtens

2020-01-12 11:39:21

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Rigi

Ich publiziere nachstehend den offenen Brief an den Gemeinderat von Weggis, der am 10. Januar 2020 in der lokalen Wochen-Zeitung in Vitznau erschien.

Es geht um das ENHK-Gutachten, das den Rigi Bahnen und dem Gemeinderat von Weggis inzwischen vorliegt und der Öffentlichkeit jedoch nicht zugänglich ist. Die zweite Petition "Rigi: 800'000 sind genug!" wurde inzwischen von über 1300 Personen unterzeichnet. Sie läuft bis zum 30. April 2020 (Verlängerung). Wir danken Ihnen für die Anwerbung weiterer Unterzeichnender.

Mit den besten Grüssen von der Rigi und guten Wünschen fürs 2020!

René Stettler

Offener Brief an den Gemeinderat von Weggis 

Veröffentlichung des Gutachtens der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) betr. dem Bau einer Gondelbahn durch die geschützte Landschaft an der Rigi-Südflanke (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler, BLN 1606 Vierwaldstättersee) 

Sehr geehrter Herr Gemeindepräsident, sehr geehrter Herr Dähler
Sehr geehrte Mitglieder des Gemeinderats

Die Rigi Bahnen AG plant den Ersatz der heutigen Pendelbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad (Baujahr 1968) durch eine Gondelbahn sowie weitere Neubauten und Anpassungen der heutigen Infrastrukturen (Berg- und Talstation, Areal rund um die heutige Talstation). Für die Bewilligung und Realisierung der Projektbestandteile müssen kommunale Nutzungspläne und das regionale Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzept angepasst werden. Sodann benötigen die Rigi Bahnen Konzessionen und Plangenehmigungen durch das Bundesamt für Verkehr (BAV). 

Der Ersatz der heutigen Pendelbahn ist das wichtigste Weggiser Bauprojekt der kommenden Jahrzehnte und es steht im Fokus eines breiten öffentlichen Interesses. Die Medien berichten seit Lancierung der zwei Petitionen “Nein! zu Rigi-Disney-World” (2017) und “Rigi: 800‘000 sind genug!” (2019) regelmässig über die touristische Entwicklung der Rigi, die ein alpiner Symbolberg ist. 

Die Konsequenzen einer Gondelbahn sind sowohl für die hoch-exponierte Landschaft der Rigi-Südflanke wie auch den heute schon an seine Grenzen stossenden Tourismus auf der Rigi mit knapp einer Millionen Reisenden pro Jahr massiv: 

· Eine Gondelbahn hat Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr, das Parkraumangebot, Kapazitätsengpässe bei der Anreise nach Weggis sowohl im Bereich öV, Schiff und Strasse.  

· Es ist unklar, wie sich die Frequenzen und Besucherströme nach der Inbetriebnahme einer Gondelbahn entwickeln und wie einer massiven Überschreitung der Strassenkapazität und des Parkplatzangebots entgegengewirkt werden kann.  

· Das zu erwartende Verkehrsaufkommen steht in krassem Widerspruch zur den heute geforderten CO2-Reduktionen, die in Zeiten des Klimawandels für alle Grossprojekte unabdingbar sind. Das geplante erhöhte Parkraumangebot für Tagesgäste bewirkt eine grosse Zunahme der CO2-Emissionen in Weggis von der alle Weggiserinnen und Weggiser betroffen sind.  

Mit der öffentlichen Auflage der Teilrevision der Ortsplanung (“neuer Seilbahn-Korridor”), bitten wir den Gemeinderat, das ENHK-Gutachten auf der Gemeindewebseite zu publizieren. Zudem bitten wir den Gemeinderat an der angekündigten Veranstaltung zum Projekt Lido-Hallenbad vom 28. Januar 2020 in Weggis die Stimmbürger und Stimmbürgerinnen über seine Haltung zur weiteren Planung der Gondelbahn detailliert ins Bild zu setzen.  

Die Weggiser Stimmbürgerinnen und Stimmbürger dürfen diese Informationen zum EHNK-Gutachten erwarten – wie auch die Luzerner Bevölkerung via Webseite der Stadt Luzern über das ENHK-Gutachten zum Neubau des Luzerner Theaters und dessen grosse städtebauliche Bedeutung demokratisch und transparent informiert worden ist.  

Denn es geht um für die Bevölkerung wichtige Informationen, in welchem Ausmass die für das BLN-Gebiet 1606 formulierten Schutzziele im Fall der Rigi-Südflanke beeinträchtigt werden sowie eine erste Einschätzung der für die Gemeinde Weggis und die Rigi Bahnen gültigen Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission, die das Gutachten verfasst hat.  

Zusammen mit vielen Weggisern und Weggiserinnen erwarten wir deshalb, dass der Gemeinderat seine Haltung betreffend Schutz des BLN-Gebiets 1606 verständlich kommuniziert und seine seit langem ebenso erwarteten Einschätzungen der Forderungen der beiden Petitionen öffentlich macht. 

Die erste Petition wurde von 3106 Personen unterzeichnet und die zweite Petition haben inzwischen 1226 Personen unterzeichnet (Stand 7.1.2020). Die bis zum 30. April 2020 verlängerte 2. Petition fordert u. a., dass vom schonungslosen Eingriff in die geschützte Landschaft für den Bau einer Gondelbahn abgesehen wird. 

Wir danken dem Gemeinderat von Weggis für die grosse Verantwortung, die er mit der  Veröffentlichung des ENHK-Gutachtens und seinen von vielen Weggiser Stimmberechtigten erwarteten Stellungnahmen wahrnimmt, indem er es in vollem Wortlaut auf der Webseite der Gemeinde der Öffentlichkeit zugänglich macht. 

René Stettler, Rigi Kaltbad; Initiant der Petitionen “Nein! zu Rigi-Disney-World” (2017) und “Rigi: 800‘000 sind genug!” (2019)
Stefan Brunner, Weggis
Mary Suter, Weggis
Brigitte Linder, Weggis
Verena Zuber, Weggis

Bild: Weggis und Rigi-Südflanke © Antoinette Schmid, Rigi Kaltbad 

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René Stettler

Stand der Unterschriftensammlung sowie der Diskussion um die geplante Gondelbahn

2019-12-06 10:10:18

Liebe Freundinnen und Freunde der Rigi, liebe Unterzeichnende der Petition 

Sie haben die zweite Rigi-Petition: «Rigi: 800‘000 sind genug!» unterschrieben und viele von Ihnen hatten zuvor auch die erste Petition bereits unterzeichnet. Dafür danken wir Ihnen herzlich.

Ihre persönlichen Statements zeigen, dass Sie um die touristische Entwicklung der Rigi besorgt sind. Fast 700 Personen haben die 2. Petition bis heute unterzeichnet und es werden jeden Tag mehr. Viele sammeln seit anfangs November 2019 Unterschriften auf der Strasse. Dafür danken wir Ihnen auch herzlich.

Anfangs dieser Woche und letzte Woche erschienen Inserate in der Gesamtausgabe der Luzerner Zeitung sowie der Wochen-Zeitung in Vitznau.

Inserat Wochen-Zeitung 29.11.19
Inserat Luzerner Zeitung 2.12.19

Den aktuellen Stand der Diskussion zum geplanten Bau der Gondelbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad finden Sie in unserer Medienmitteilung vom 5.12.19

Der Ruf, dass die Rigi der Bevölkerung gehört, soll nicht verhallen! Wir bitten Sie, mit dem herunterladbaren Unterschriftenbogen 12 weitere Personen für die Unterzeichnung zu gewinnen. Der Link für den Download des Bogens finden Sie hier. Dafür danken wir Ihnen zum Voraus herzlich und grüssen Sie von der Rigi.

René Stettler, Initiant der Petition

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René Stettler



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