Ehrhaltung der Mountainbike-Strecke im Schopketal

Derzeitig spitzt sich die Situation in den Wäldern und Bielefeld zu. Die wesentlichen handelnden Interessengruppen sind hierbei die Vertreter des Landesforst NRW und die Mountainbiker in der Region. Derzeit wird es für die Sportler immer schwieriger ihren Sport auszuüben. Während auf zahlreichen Trails rund um Bielefeld mittlerweile das Risiko besteht dem lokalen Ranger Herr Gellern zu begegnen und ein Bußgeld in Höhe von 40 € zu zahlen, war das Schopketal der letzte Ort, an dem es den Mountainbikern möglich war ihren Sport auszuüben. Den dieser Spot genoss den Luxus eine Duldung des privaten Waldbesitzers.

Es liegt in diesem Fall der Räumung des Spots die Vermutung nah, dass sich der Ranger in der Region profilieren möchte und ein erheblicher Druck von anderen Privatwaldbesitzer ausgeht und ausging. Es sei an dieser Stelle durchaus positiv anzumerken, dass es nicht üblich ist, dass ein Waldbesitzer einen solchen Spot duldet und es sei an dieser Stelle ein großer Dank der MTB-Community auszusprechen. Jedoch ist es erschreckend welch ein dilettantisches Verhalten durch die sich profilierenden Personen aufgezeigt wird. Durch ein derartiges Verhalten auf Seiten des Forstes werden sich die Fronten beider Parteien nur weiter verhärten und die Konflikte größer gemacht, als sie ohnehin schon sind. Es gilt daher an dieser Stelle noch einmal zu unterstreichen, dass es durchaus kritisch zu betrachten ist, dass ein geduldeter Spot geräumt wird. In weiterer Folge wird dies nur zu einer weiteren Dezentralisierung führen. Um in dieser Petition die Stringenz zu wahren wird im Folgenden der bestehende Konflikt unter unterschiedlichen Aspekten beleuchtet.

Zu der Lage des Spots Schopketal sei eines Vorweg zu sagen, auch wenn dies in den Zeitungsartikeln populistisch gekonnt um schrieben wurde, dass sich der Spot eben nicht in einem Naturschutzgebiet befindet. Er befindet sich vielmehr in einem Raum zwischen einer Landesstraße, einem Wanderparkplatz und dem Zubringer des Wanderparkplatzes. Die 2,5 ha haben somit wohl weniger Einfluss als eine mittel bis hoch frequentierte Landstraße oder einem insbesondere zu aktuellen Zeiten stark frequentierten Parkplatz. Es handelt sich natürlich um einen Lebensraum von Flora und Faune, jedoch sollte man an dieser Stelle nicht vor verkehrten Tatsachen gestellt werden. Es bleibt somit festzuhalten, dass eben dieser Standort gar nicht mal als so schlecht zu bewerten wäre, wenn man die Auswirkung der Umwelt berücksichtigt.

Wie ebenda aufgeführt hatte man an dem Spot in Schopketal eine Duldung des privaten Waldbesitzers. Umso mehr verwundert es, dass sich die beteiligten des Landesforstes sich so positionieren, als wären die Sportler, die diesen Spot nutzen Kriminelle. Dem ist allerdings nicht so. Ebenso wurde in dem Sachverhalt nicht aufgezeigt, weshalb nun der Landesforst das Hoheitsrecht ausnutzt, um eine solche Provotation zu erzeugen. Die weitere Folge hieraus wird sein, dass sich die Sportler dazu genötigt fühlen an anderer Stelle zu fahren. Leider ist es hierbei aber nicht möglich die heterogene Masse der Sportler zu kanalisieren. Somit wird in weiterer Folge ein blinder Aktionismus folgen, der so von beiden Seiten nicht gewollt sein kann. Ergo auf blinden Aktionismus und Ad Hoc-Maßnahmen des Landesforstes findet eine Reflexion seitens der Sportler statt.

In Bezug auf die Frequentierung des Waldstückes sei einzugestehen, dass diese bestimmt keine geringe ist. Dennoch bleibt dabei festzuhalten, dass am besagten Standort eine Kanalisierung und Bündelung der Aktivitäten des MTB-Sports in der Region erfolgt. Insbesondere die fortgeschrittenen Fahren finden hier die Möglichkeiten auf sehr gutem Terrain sich zu verbessern. Dabei ist insbesondere die vorbildliche Bauweise der Sprünge anzumerken. Während bei vielen Spots in der Bundesrepublik Sprünge aus sogenannten Doubles [3] bestehen, die ein weitaus höheres Risiko für die Sportler darstellen, sind bei dem Spot fast ausschließlich sogenannte Tables [4] anzutreffen. Dabei wurden insbesondere die Gegebenheiten des Standortes genutzt und eben nur einzelne Teile der Natur auf dieser Art und Weise in Form gebracht. In Bezug auf das Miteinander mit anderen Personengruppen im Wald ergibt sich an diesem Spot der Vorteil, dass dieser als weitestgehend autark anzusehen ist. Der Hermannswegs verläuft unterhalb des Spots, eine Radweg und die Landstraße oberhalb - von beiden Seiten ergibt sich hierbei keine Notwendigkeit den Spot zu kreuzen, was zum Vorteil hat, dass Spaziergänger und Mountainbiker am Spot kaum aufeinander treffen. Wenn sich die Wege kreuzen, so waren es in der Vergangenheit höchstens Interessierte, die sich den Mountainbikesport anschauen wollten.

In Bezug auf die Nachhaltigkeit sei festzuhalten, dass jeder Eingriff in die Natur zu meist schlecht für die Nachhaltigkeit ist. Und ja, Mountainbiker können sich hierbei nicht von ausnehmen. Allerdings ist es so, dass dieser Spot bereits über ein Jahrzehnt von den Sportlern genutzt wird. Somit ist die Annahme naheliegend, dass sich die Fauna mit diesem Spot in gewisser Weise arrangiert hat. Soll heißen, die Bewohner des Waldes wissen, dass sich in den besagten 2,5 ha Wald Menschen wiederkehrend aufhalten. Wenn nun aber der Spot entfernt wird, werden an anderer Stelle wieder Tiere in ihrem Lebensraum gestört und es ist wohl anzunehmen, dass die Tier schneller verscheucht werden, als dass sie wieder an besagte Orte wieder zurückkehren werden. In Bezug auf die Fauna ergibt sich die ernsthafte Fragestellung, ob es sich bei den geplanten Baumfällarbeiten tatsächlich um erforderliche Fällungen handelt oder um eine reine Schikane des Landesforstes. Den aufgrund der derzeitigen Befälle der Tannenwälder durch den Borkenkäfer sind die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit die Fachunternehmen der Waldwirtschaft ausreichend damit beschäftigt das Holz aus den Wäldern zu holen. Ein weiter Punkt wird der sein, dass durch das Rücken des Holzes Harvester [1] zum Einsatz kommen werden. Was dies für die Bodenverdichtung und die Schädigung des Bodens bedeutet brauch man an dieser Stelle gar nicht weiter aufführen. Das Gegenargument an dieser Stelle wird stets der wirtschaftliche Aspekt sein und der "Mehrwert" für die Gesellschaft. Und ja, Holz ist eine wichtige Ressource bei der nachhaltigen Entwicklung. Dennoch sollte man auch an dieser Stelle nicht den Mehrwert von Sport in der Gesellschaft nicht verkennen. Darüber hinaus sollte man sich zur aktuellen Zeit die Frage stellen, wenn bereits zum aktuellen Zeitpunkt das Internet, wenn es den ein Land wäre, das sechstgrößte Land wäre in Bezug auf den Stromverbrauch [2], welche Auswirkung es hätte wenn Jugendliche und Heranwachsende des Sports wieder in den Zimmern verschwinden, um Online zu sein. Ebenso ist die Frage zu stellen, welchen CO2-Footprint wir hinterlassen, wenn alle Mountainbiker der Region in den Deister oder in das Sauerland zu den legalen Bikestrecken fahren.

Ein Punkt der in den Bericht wiederkehrend aufgezählt wurde, war der der Müllproblematik. Es ist wichtig dabei darauf aufmerksam zumachen, dass die Thematik alle Bereiche unserer Gesellschaft betreffen und sich in den Berichten ein Leichtes gemacht wurde. Denn es war in der Vergangenheit so, dass die Locals, die den Spot stets instandgehalten haben auch ebenso darum bemüht waren diesen von Müll freizuhalten. Man sollte hier an dieser Stelle ruhig ein Benchmarking durchführen und den Spot in einem deskriptiven Vergleich mit anderen Standorten im Wald gegenüberstellen, wo eine stärkere Personenfrequentierung vorliegt.

In der Region in und um Bielefeld hat sich über die vergangenen Jahre fast gar ein Hype um das Mountainbike fahren ergeben. Zuletzt voran getrieben durch die COVID-19 Pandemie sind immer mehr Menschen in den Wald gegangen, um Freizeitaktivitäten nachzugehen. Dabei war festzustellen, dass durch die ohnehin schon angespannte Lage der Pandemie die Gemüter durchaus mehr gereizt waren als in den Jahren zuvor hinzu kam der allgemeine Überlauf des Waldes. Das dies zu weiteren Konflikten führen war leider nur eine Frage der Zeit. Und da der Mountainbiker der jüngste Nutzer des Waldes ist, ist dieser natürlich das böse Übel des Waldes. Das allerdings eine Gesellschaft stets im Wandel ist sollte an dieser Stelle Berücksichtigung finden. Die Sportler in der Region gehen hierbei von jung bis alt und von Amateur bis Profi.

Gerne wird der gesellschaftliche Mehrwert des Mountainbikesports in Frage gestellt, wenn es um den Vergleich der Bodenschädigungen mit Harvestern geht. Der primäre Mehrwert ist erst einmal, dass die sportlichen Aktivitäten zu einer gesünderen Gesellschaft führen. Aber ebenso gibt es die sportliche Komponente und das Leben der Sportler als Vorbilder für jüngere Generationen. Man sollte sich hierbei nicht nur auf die Breitensportarten konzentrieren, die in ihrer Nachhaltigkeitsbilanz bestimmt nicht immer glänzen dürften, sondern auch Sportarten wie das Mountainbikefahren. Alleine aus dieser Region sind mehrere Sportler bekannt die das Nationaltrikot tragen durften und sich mit den besten Sportler der Welt messen durften, Rennen wie die Enduro World Series oder an Wettkämpfen teilgenommen haben, die sonst auf Sendern von Getränkeherstellern ausgestrahlt werden. All diesen Personen wird die Möglichkeit genommen ihren Sport auf diesem Niveau auszuüben, zugleich wird die Grundlage genommen die Vorbildfunktion den jüngeren Generationen gerecht zu werden.

Eine Gesprächsbereitschaft ist seitens der Mountainbikefahrer durchaus gegeben. Unter anderem zeigt dies die Mountainbike Initiative in Bielefeld. Wenn nun jedoch ohne Gesprächssuche eine solche derartige Maßnahme durchgeführt wird, wo durchaus die Fragestellung nach dem tatsächlichen Mehrwert berechtig ist, wird es nun nur schwerer die Interessensgruppen in einen Dialog zu bringen. Insbesondere jene Sportler, die Zeit, Ressourcen und Kosten in Ihrem Sport haben, um diesen auszuführen wird so gänzlich jede Grundlage genommen. Es wirkt gar so als hätte der Landesforst an dieser Stelle keine strategische Ausrichtung. Vielmehr werden durch die Maßnahmen mehr Probleme geschaffen als gelöst.

[1] [Vgl. hierzu u. a. Schäffer, J. (2002): Befahren von Waldböden – ein Kavaliersdelikt? Der Waldwirt 29 (12), 21-23]
[2] [Vgl. hierzu u. a. Lee et al. (2017): Clicking Clean: Who is Winning the Race to Build a green internet?]
[3] Bei Doubles handelt es sich um Sprünge, die einen Absprung und eine Landung aufweisen. Zwischen dem Absprung und Landepunkt befindet sich keine Erde.
[4] Bei Tables handelt es sich um Sprünge bei denen zwischen dem Absprung und Landepunkt Erde befindet. Somit können sich auch ungeübtere Fahrer an die Sprünge herantasten ohne das Risiko eines Sturzes einzugehen.

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