VillaHelmpertstrasse

Verfasser der Petition kontaktieren

Vergleich Vorher-Nachher, wenn das Bauvorhaben umgesetzt werden soll

2011-09-24 21:20:09

Bestehende Villa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bestehende Villa, die mit ihrem wertvollen Baumbestand nach dem Willen der Bürgerinitiative erhalten werden soll.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geplanter Neubau in der Helmpertstraße 3.

 


Bürgerinitiative zum Erhalt des alten Laim

Weiterer Artikel im Laimer Anzeiger von Beatrix Köber

2011-09-24 15:07:09

Von Fällung bedroht

Bürgerinitiative will alten Baumbestand in der Helmpertstraße erhalten

Die historische Villa in der Helmpertstraße soll abgerissen werden und einem modernen Mehrfamilienhaus mit neun Wohneinheiten weichen. (Foto: BK)
Die Anwohner der gegenüberliegenden, denkmalgeschützten Wohnhäuser befürchten, dass mit dem Neubau das alt gewachsene Wohnviertel zerstört wird und rufen daher zu einer Unterschriftenaktion auf. (Foto: BK)
Etwa dreißig alte Bäume, darunter drei über 100 Jahre alte Eiben, sind zur Fällung beantragt, um dem Neubau in der Helmpertstraße Platz zu machen. (Foto: BK)

„Baurecht bricht Baumrecht“, diese Devise trete meist in Kraft, auch wenn der Laimer Bezirksausschuss (BA) sie nicht befürworte, darauf wies BA-Mitglied Wolfgang Merkle (SPD) in der jüngsten Sitzung des Gremiums hin. Geplante Bauvorhaben konzentrieren sich fast ausschließlich auf Maximen wie Effizienz und Verdichtung, so dass kaum noch Rücksicht auf den Erhalt alter Baumbestände genommen wird. Dass ein sorgsamer Umgang mit Baumbeständen nur noch marginal betrachtet wird und spärliche Ersatzpflanzungen als Äquivalent angeboten werden, das stellt auch der eingereichte Bauantrag für die Helmpertstraße unter Beweis. Hier ist der Neubau einer neuapostolischen Kirche geplant sowie der Abriss einer alten Villa auf dem Nachbargrundstück und der Neubau eines Mehrfamilienhauses (der Werbe-Spiegel berichtete darüber). Im Zuge der angedachten Neubauten auf beiden Grundstücken, wurde nun, bei der „Unteren Naturschutzbehörde“, die Fällung nahezu des kompletten Baumbestandes beantragt.

Bürgerinitiative gegründet

Anwohner der benachbarten und unter Denkmalschutz gestellten Theodor-Fischer Wohnhäuser, engagieren sich nun tatkräftig dafür, dass das kulturelle Erbe in ihrer Umgebung erhalten bleibt und die Wohnsiedlung nicht durch die zwei geplanten modernen Baukomplexe zerstört wird. Daher gründeten sie eine Bürgerinitiative, die sich sowohl für den Erhalt der historische Villa, als auch die etwa 30 alten, zur Fällung beantragten Bäume, auf den Grundstücken in der Helmpertsraße einsetzt. Federführend bemühen sich Professor Carsten Trinitis, Sabine Kiermaier und Gerry Wallner mit einer Unterschriftenaktion um die gefährdeten Bäume. Hier handelt es sich unter anderem um drei über 100 Jahre alte Eiben, die dem Neubau weichen müssten.

Auf Grund ihres langsamen Wachstums sind Eiben überaus selten und stehen daher in Deutschland auf der sogenannten „roten Liste“, sind also als gefährdet eingestuft. Die Eiben in der Helmpertstraße gehören zudem zu den größten und ältesten Bäumen auf dem Grundstück: Sie haben einen Umfang zwischen 1,50 Meter und 1,86 Meter und sind über zehn Meter hoch. Zur Einschätzung der Sachlage zog Trinitis einen Sachverständigen für Garten- und Landschaftsbau zu Rate. Der Gutachter Jan Gawryluk bestätigte, dass die drei Eiben unter besonderen Schutz gestellt werden müssten. Bäume, die weit weniger Umfang und Höhe besitzen, haben einen Wert von etwa 21.000 Euro, was eine Fällung nicht nur unter ökologischen und ästhetischen, sondern zusätzlich unter ökonomischen Gesichtspunkten, als wenig sinnvoll erscheinen lässt. In einer, seitens der Architekten vorgesehenen Neupflanzung, sieht Kiermaier keine Alternative: „Die Bäume sind oft weitaus jünger und kleiner und können die alten Bäume nicht ersetzen. Zudem sind die Ersatzpflanzungen nur an den Abstandsflächen vorgesehen, sie hätten also nicht die Möglichkeit so groß zu wachsen.“

Petition soll Bäume und Villa retten

Neben dem Baurecht, das allzu häufig über das „Baumrecht“ gestellt wird, scheinen zuständige Behörden auch dem Anspruch auf dichte Bauweise den Vorzug vor ästhetischen oder historischen Überlegungen zu geben. Der Maximalbebauung, wie sie in der Helmpertstraße geplant ist, widerspricht Trinitis vehement, da sowohl historisches Kulturgut darunter leidet, als auch das Stadtbild zunehmend uniform gestaltet wird: „Wir haben Angst, dass das Stadtbild in einem historischen Viertel wie Laim zerstört wird, und dass hier in einer Weise verdichtet wird, die viel Verkehr nach sich zieht. Durch das Bauen in diesem Stil wird das, was Städte wie München ausmacht, kaputt gemacht. München wird auf diese Weise zu einer x-beliebigen Metropole“, erklärt Trinitis. Mit einer Einwohnerdichte von 4.359 Einwohnern pro Quadratkilometer, steht München vor Berlin, Frankfurt und Stuttgart schon lange auf Platz eins der meist besiedelten Städte. Eine verdichtete Bauweise fördere, nach Ansicht von Trinitis, den stetigen Zuwachs und folglich den Druck auf München.

Zuspruch erfahren die Anwohner von Anette Zöllner, der Vorsitzenden des Unterausschusses für Bauen und Planen im Laimer BA. Sie pflichtet bei, dass unbedingt Rücksicht auf die hochwertig erhaltene Baukultur zu nehmen sei, die auch in Laim, nicht mehr allzu häufig anzutreffen sei. So setzt sie sich persönlich dafür ein, dass die Villa, ebenso wie die alten Bäume in der Helmperstraße erhalten bleiben und unterzeichnete bereits die Petition, die Trinitis und seine Mitstreiter begründet haben. Des Weiteren planen die Anwohner, ein Gutachten anfertigen zu lassen, das bestätigt, dass die alten Bäume unter Naturschutz gestellt werden müssten. Unterschriften zum Erhalt der alten Bäume sowie der historischen Villa können abgegeben werden unter: www.petitionen24.com/villahelmpertstrasse, oder in den Laimer Geschäften, bei denen die Petition ausliegt: Bäckerei Bonert (Perhamerstr. 42), Metzgerei Franz (Fürstenrieder Str. 55), Dianas Haarwelt (Fürstenrieder Str. 16) und Harrys Getränkeeck (Ettenhueberstr. 2).


Carsten Trinitis

Weitere Hintergrundinformationen

2011-09-17 11:27:06

Dazu ein Artikel im Laimer Wochenanzeiger:

Historisches Laim wird kaputt gebaut

Neuapostolische Kirche und ein Mehrfamilienhaus in der Helmpertstraße geplant

(v.l.) Gerry Wallner, Prof. Carsten Trinitis und Anette Zöllner, Vorsitzende des Unterausschusses Bauen/ Planen im BA 25, lehnen die eingereichten Baupläne ab, die vorsehen, die alte Villa in der Helmperstraße abzureißen. (Foto: BK)
Die bestehende neuapostolische Kirche soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, der die dreifache Baumasse umfasst. (Foto: BK)
Ein komplexer, kubischer Neubau soll zukünftig die neuapostolische Kirche ersetzen. Dafür wird die Grundstücksfläche bis aufs Maximum bebaut werden. (Foto: BK)

Der Architekt Theodor Fischer hätte sich wohl die Haare gerauft, wenn er erfahren hätte, welche Neubauten in der unmittelbaren Nachbarschaft der von ihm entworfenen Mietshäuser geplant sind. In der Helmpertstraße ist der Neubau einer neuapostolischen Kirche vorgesehen. Gleichfalls soll am benachbarten Grundstück eine alte Villa abgerissen werden und durch den Neubau eines Mehrfamilienhauses ersetzt werden.

Maximalbebauung ist Trend

Zur Jahrhundertwende prägte der Baustil Theodor Fischers das städtebauliche Erscheinungsbild Laims maßgeblich. Bauten in der Agnes-Bernauer-Straße, der Agricolastraße und der Fürstenrieder Straße geben bis heute Zeugnis über Fischers Bauweise ab. Die Inbezugnahme regionaler Besonderheiten sowie die soziale Auswirkung seiner Pläne, galten dem Architekten als wichtige Maßstäbe. Solcherlei Überlegungen zum Städtebau scheinen heutzutage jedoch kaum mehr von Bedeutung zu sein. Kubische Bauten sind angesagt, die vor allem dem Prinzip der dichten Bauweise genüge tun müssen. „Das Thema Nahverdichtung schließt doch nicht aus, dass da gute Architektur entstehen darf“, äußert Anette Zöllner, Vorsitzende des Unterausschusses (UA) für Bauen und Planen im Laimer Bezirksausschuss (BA 25). Anlass zur Empörung über die aktuellen städtebaulichen Entwicklungen bietet dem Laimer BA der kürzlich eingereichte Antrag auf Baugenehmigung. Hierin wird beantragt, den Neubau einer neuapostolischen Kirche zu bewilligen, der die alte Kirche in der Helmpertsraße 7 ersetzen soll. Zurzeit befindet sich auf dem Flurstück 33/ 3 ein würfelförmiger Kirchenbau mit etwa 18 mal 18 Metern Grundfläche sowie ein kleineres Hinterhaus. Diese sollen komplett abgerissen werden und durch einen Neubau, der etwa die dreifache Baumasse hat, ersetzt werden. Neben der immensen Baumasse, erachtet Zöllner auch das für das geplante Bauvorhaben notwendige Fällen fast aller alter Bäume, die sich auf dem Grundstück beifinden, als überaus problematisch. 19 Bäume auf dem Grundstück selbst sowie 2 Bäume auf dem Nachbargrundstück sind zur Fällung beantragt, wobei die wenigen vorgesehenen Neupflanzungen „auf keinen Fall als Ersatz zu dem radikalen Kahlschlag akzeptiert werden“, heißt es im Protokoll des UA Bauen/ Planen. Der geplante Bau werde das Grundstück buchstäblich überfrachten, meint Zöllner. Zugleich äußerte sie Bedenken, dass die Abstandsflächen zum Nebengebäude eingehalten werden können. Bei dem Bauvorhaben handle es sich um eine absolute Maximalbebauung, die nahezu von Grenze zu Grenze verlaufen werde.

„Knackbeton“ statt historisches Kulturgut

In direktem Zusammenhang mit dem Neubau der neuapostolischen Kirche, ist das Bauvorhaben auf dem Nachbargrundstück zu sehen. Vom gleichen Architekten entworfen und zur gleichen Zeit beantragt, stellen die geplanten Bauvorhaben, trotz verschiedener Eigentumsverhältnisse, eine Einheit dar und wurden daher im Lageplan auch nebeneinander dargestellt. Die freistehende alte Villa soll hier abgerissen werden, zugleich 10 Bäume gefällt werden, so dass auf diesem Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohneinheiten entstehen kann. Auch hier ist die Baumasse nach der maximal möglichen Abstandsflächengeometrie geformt, um eine höchstmögliche Verdichtung auf dem Grundstück zu gewährleisten. „Auf architektonisch Qualität wird konsequent verzichtet“, heißt es dazu vom UA Bauen/ Planen. Das Grundstück werde „mit abscheulicher Architektur vollgepflastert“, erklärt Zöllner. Gleichfalls empört über den eingereichten Bauplan zeigen sich die Bewohner der gegenüberliegenden, denkmalgeschützten Theodor-Fischer-Wohnhäuser. Professor Carsten Trinitis, Dipl.-Ing. Sabine Kiermaier und ihre Nachbarn setzen sich rigoros für den Erhalt der historischen Villa sowie der alten Bäume ein und baten hierfür um Unterstützung durch den Laimer BA. „Es geht um die Zerstörung alt gewachsener Stadtviertel“, erklärt Trinitis. Der „Knackbeton“, wie Mitstreiter Gerry Wallner die geschlossene Baumasse bezeichnet, verdränge zunehmend historisches Kulturgut. Die Ästhetik des gesamten Straßenzuges werde unter dem Neubau leiden. Anette Zöllner pflichtet den engagierten Anwohnern, auch in ihrer Funktion als Architektin, bei: „Alles hier ist unter Denkmalschutz und dann so ein vis-a-vis. Die moderne Art und die Baumasse passen hier einfach nicht rein.“ Durch den vorgesehenen Bau, wird sich der Eindruck eines abgeschlossenen Riegels ergeben, der nicht in Bezug zu den umgebenden Gebäude steht. Man müsse Paroli bieten, wenn München in einer solchen Weise kaputt gebaut würde, meint Zöllner. Denn, werden solche Bauten erst einmal genehmigt, werden andere Bauherren dem Beispiel folgen. „Wir fürchten, dass ein Präzedenzfall geschaffen wird, so dass diese dichte und phantasielose Art des Bauens, sich weiter reinfrisst“, erklärt Trinitis.

Einsatz für Erhalt des architektonisches Erbes

Um sich tatkräftig für den Erhalt der historischen Villa einzusetzen und weitere Mitstreiter zu mobilisieren, planen Trinitis und Wallner, ihr Anliegen per facebook Kund zu tun. Auch ist eine Unterschriftenaktion geplant, um für die Wertschätzung des architektonisches Erbes zu kämpfen. Unterstützt werden die Neubaugegner dabei auch vom Laimer BA. Nachdem der UA Bauen/ Planen das Bauvorhaben vehement ablehnt, pflichten auch andere BA-Mitglied diesem Vorgehen bei. „Man konnte nicht ahnen, welche Dimension der Kirchenbau annehmen würde“, erklärt CSU-Fraktionsvorsitzender Peter Stöckle, und schlägt vor, die Bedenken des BA an die Lokalbaukommission (LBK) weiterzugeben. Und auch Vorsitzender Josef Mögele (SPD) meint: „Man muss das Ganze sehen“, und befürwortet, den Bauantrag wie er jetzt vorliegt zunächst abzulehnen. Einzig Ingo Benn, Fraktionsvorsitzender der Grünen, ist der Ansicht, dass sich über Geschmack streiten lässt: „Der ästhetische Aspekt ist doch subjektiv.“ Er spricht sich daher dafür aus, Dialogbereitschaft zu signalisieren und das Gespräch mit den Architekten zu suchen. So beschloss der Laimer BA nun, den Bauantrag erst einmal abzulehnen. Weitere Diskussion mit der LBK und den zuständigen Architekten werden jedoch gesucht, um eine glückliche Lösung – vielleicht sogar im Sinne Theodor Fischers – zu finden.


Carsten Trinitis



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