Bildung benötigt ausreichend Ressourcen

Sehr geehrter Herr Minister Stoch,

 

im Rahmen der geplanten Sparmaßnahmen für die nächsten Jahre kündigen Sie zahlreiche massive Kürzungen im Bildungsbereich an. Dies wird von uns Eltern am Friedrich-Ebert-Gymnasium Sandhausen mit größter Sorge wahrgenommen, da solche starken Streichungen direkten negativen Einfluss auf eine qualitativ gute Unterrichtsversorgung haben werden. Hinzu kommt die Gefährdung anderer schulischer Aktivitäten, die für die Entwicklung unserer Kinder ebenso wichtig sind.

Die angekündigten Sparmaßnahmen werden zu Mehraufwand für die Lehrerinnen und Lehrer führen und in Folge dessen zu weiteren Unterrichtsausfällen durch Überlastung und Krankheit, was wir in der Vergangenheit leider schon erfahren mussten.

Neben den geplanten Stellenstreichungen würden sich bereits konkret im nächsten Schuljahr die geplanten Kürzungen des Allgemeinen Entlastungskontingents negativ an unserer Schule bemerkbar machen. So würde die Betreuung naturwissenschaftlicher Sammlungen und der EDV-Ausstattung leiden, die für einen sicheren Experimentalunterricht und zeitgemäßes Lernen zur Informationstechnologie notwendig sind. Ebenso wären bewährte und erfolgreiche Angebote wie die Berufsorientierung an Gymnasien (BOGY), das Sozialpraktikum, Präventionsveranstaltungen und Schulsanitätsdienst an unserer Schule in Gefahr.

Im Rahmen dieser geplanten Kürzungen sollen die bisherigen Anrechnungen an allgemein bildenden Gymnasien für die Organisation und Koordination der Hausaufgabenbetreuung sowie Qualifizierung der Hausaufgabenbetreuer vollständig gestrichen werden. Sie begründen dies damit, dass die Gymnasien die besonderen Herausforderungen nach 2004, als einzige Schulart zusammen mit der Bildungsreform auch eine Verkürzung der Schulzeit zu schultern, mittlerweile gemeistert hätten. Diese Einschätzung entspricht nicht der alltäglichen Schulrealität an unserem Gymnasium und genauso nicht an benachbarten Gymnasien. Das Gymnasium steht nach wie vor unter dem Druck eines extrem vollen Stundenplans. Hier wird die qualifizierte Hausaufgabenbetreuung im Rahmen der offenen Ganztagesschule weiterhin dringend benötigt.

Auch die zukunftsgerichteten Tätigkeiten an den Schulen, wie bspw. Selbstevaluation, Schulentwicklungsplanung und Qualitätsmanagement wären von diesen Sparmaßnahmen betroffen.

Die geplanten Kürzungen im Bildungsressort gefährden massiv die Zukunftschancen unserer Kinder und damit die Zukunftschancen unserer Gesellschaft. Daher fordern wir Sie auf, die geplanten Sparmaßnahmen zu revidieren, damit auch die Schulart Gymnasium neben den anderen Schularten weiterhin ihren Bildungsauftrag qualitativ auf hohem Niveau erfüllen kann.

 

Mit freundlichen Grüßen


Andreas Neuschäfer    Verfasser der Petition kontaktieren

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