An die Bundeskanzlerin

An die Bundeskanzlerin

 

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

ich protestiere gegen die von Ihnen getätigte Äußerung: „Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten.“

Es ist für mich äußerst befremdlich, dass Sie als Regierungschefin eines Rechtsstaates und Vorsitzende einer Partei, welche sich in Ihrem Namen und Programm auf christliche Werte beruft, Ihre Freude über die Tötung eines Menschen so offensichtlich zum Ausdruck bringen. Mit dieser Reaktion konterkarieren Sie die Wertevorstellung der westlichen Welt, die in unserem Grundgesetz verankert sind:

„Art. 1, GG:

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.“

Das deutsche Rechtssystem basiert darauf, dass jeder Angeklagte ein Anrecht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren hat. Zudem ist die Todesstrafe mit Art. 102, GG in der Bundesrepublik abgeschafft. In Anbetracht der Geschichte unseres Landes, erwarte ich vor allem von einer deutschen Politikerin die grundlegenden Menschenrechte zu respektieren und sich ihrer Vorbildfunktion bewusst zu sein. Sie als Vorsitzende der Christlich Demokratischen Union sollten sich im Klaren darüber sein, dass Ihre offen zur Schau gestellte Freude weder mit dem christlichen Glauben noch dem demokratischen Grundgedanken vereinbar sind.

Seien Sie versichert, dass alle Unterzeichner dieses Briefes aller Opfer des Terrors und der damit verbundenen Kriege gedenken.


Angelika Richter, Roswitha Schmid, Martha Geo-Klimm, Daniel Zeuch    Verfasser der Petition kontaktieren