Mayor of the City Sofia
City Hall
Mrs. Jordanka Fandakova
Ul. 33, Moskovska
1000 Sofia – Bulgarien
E-Mail: jfandakova@sofia.bg
Wir protestieren gegen die Tötungen der Strassenhunde von Sofia
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Fandakova,
wir bedauern auf das Äußerste den tragischen Vorfall im Stadtviertel “Malinova Dolina”, in dem ein älterer Herr von einem dort lebenden Hunde-Rudel angefallen, schwer verletzt und leider verstorben ist.
Was uns aber auch sehr empört, ist, dass sofort von der Stadt Sofia darüber diskutiert wird, die Hunde von Sofia zu töten, als einzige Lösung. Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass es der Stadt Sofia gerade recht gekommen ist, dass dieser hoch-bedauerliche Unfall als Vorwand genommen wird, sich der ungeliebten Straßenhunde durch grausame Tötungen zu entledigen, wie es bis vor wenigen Jahren Praxis war.
(Im Isolator “Lozenec” wurden Hunde mit dem Spaten erschlagen, die Euthanasie war mehr als grausam, denn billige Euthanasiemittel wurden am Schwarzmarkt hoch gehandelt, viele Hunde lebendig gehäutet, die Hundefelle ins Ausland verschoben.)
Ohne nachzudenken über Ihre falsche Tierschutzpolitik, über jahrelange Versäumnisse der Stadtverwaltung, die Population der Straßenhunde einzuschränken, hat man die Schuldigen jetzt gefunden:
DIE STRASSENHUNDE. !!!
Man will sich nun ihrer entledigen, damit man die eigenen Fehler gut vertuschen kann.
Es erstaunt uns sehr und macht uns nachdenklich, dass gewählte Vertreter des bulgarischen Volkes anscheinend nicht in der Lage sind, andere Möglichkeiten als das Töten zu finden. Zum Beispiel groß angelegte Kastrationen!
Eine Bankrotterklärung, eine Schande für die junge Demokratie Bulgarien!
Wir, die deutsche Tierschutzorganisation TIERHILFE SÜDEN e.V., protestieren auf das Schärfste mit allem Nachdruck gegen ein solches Gedankengut von Tötungen
und empfinden es als Schande, Niederlage und Versagen der Stadt Sofia und Ihrer Person, Frau Bürgermeisterin Fandakova, keinen humanen Weg zu suchen und zu finden, außer sofort in die altkommunistische Handlungsweise zu verfallen:
Ein toter Hund ist ein guter Hund!
Dies kann man auf alle Tiere umsetzen. Wie mit den Pferden in Bulgarien verfahren wird, ist ebenfalls eine Schande; eine Gemeinheit, eine Niederträchtigkeit: GNADENLOS! Die Pferde werden gepeinigt, benützt, gequält und weggeworfen. Frau Bürgermeisterin, es sollte doch Ihre vornehmste Aufgabe sein, humanes Denken im Tierschutz in die bulgarische Bevölkerung einzubringen und nicht Hetzkampagnen der Presse zu unterstützen!
Ihre Aufgabe ist es, vermittelnd einzugreifen, zu führen und nicht sofort mit den „Wölfen zu heulen".
Aber dies bringt sicher viele Wählerstimmen für Sie!
Fazit:
Einfangen?
Töten ??
Steuergelder für die Fänger ?
Kein durchdachtes , ordentliches Kastrationsprogramm??
Keine Tierheime bauen ??
Das kann doch nicht Ihre Lösung sein! Bulgarien hat doch ein ordentliches Tierschutz-Gesetz! Handeln Sie danach!
Wir, die TIERHILFE SÜDEN e.V. protestieren gegen dieses Gedankengut! Wir, die Tierfreunde aus Deutschland werden es nicht zulassen, dass in Sofia wieder getötet wird!
Die bulgarischen Straßenhunde sind Freunde der Deutschen. Wir werden es nicht zulassen, Frau Bürgermeisterin Fandakova, dass Sie als Vertreterin der Bürger und als neues Mitglied der EU keine anderen Lösungen vorschlagen können und nichts dazu gelernt haben, als
wieder zu töten, zu töten, zu töten…
Ein fürchterliches Szenarium, welches Sie hier vorschlagen!
Die deutschen Tierschutz-Organisationen und die deutschen Bürger werden ihre Empörung über Ihr absolut grausames Vorhaben in allen Medien, Facebook, Internet, der EU-Kommission in Brüssel und bei der Deutschen Botschaft zum Ausdruck bringen.
Wir sind über alle Ihre Aktionen, Vorhaben und Versäumnisse in Sachen Straßenhunde informiert und werden weiterhin sehr achtsam Ihr Vorgehen beobachten!
Wenn Sie wieder töten, dann schließen Sie sich aus der europäischen Gemeinschaft für humanes Denken und gesetzeskonformes Handeln aus!
Sie beugen das Recht der Bürger!
Sie beugen das Tierschutzgesetz!
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Fandakova, Sie und der Ministerrat wären unglaubwürdig, wenn Sie ein solches Vorgehen gegen die Straßenhunde in die Tat umsetzen!
Nehmen Sie zur Kenntnis, auch die Tötungen werden das Problem der Straßenhunde nicht lösen, sondern es wird heftige Reaktionen im In- und?Ausland hervorrufen. Sie und die Mitglieder des Ministerrates müssen umdenken lernen, Gelder ordnungsgemäß einzusetzen, glaubwürdige Fachleute zu finden und nicht sofort wieder in altes Gedankengut
- ein toter Hund ist ein guter Hund -
zu verfallen!
Wir fordern Sie umgehend auf, großangelegte Kastrations-Aktionen durchzuführen. Tierheime zu bauen. Nehmen Sie mit den hiesigen und ausländischen Tierschutz-Organisationen Kontakt auf, lassen Sie eine Zusammenarbeit zu und hören Sie auf, mit unsinnigen Auflagen und mit nicht kompetenten, unerfahrenen Personen Tierschutz zu machen!
Wir – die TIERHILFE SÜDEN e.V. – sind seit 1998 in der Stadt Sofia tätig und haben über 20.000 Straßenhunde kastriert, geimpft und versorgt. Jedoch ist dies anscheinend an Ihnen vorbeigegangen, wie auch die großzügige finanzielle Unterstützung der deutschen Spender für den Tierschutz in Sofia.
Der Vorstand der TIERHILFE SÜDEN e.V.
Renate Bergander und Heidi Pickel
www.tierhilfe-sueden.de